Wirtschaft

Die Rivalität nimmt zu Apple verbannt Google-Karten

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Apple-Manager Scott Forstal auf der Entwicklerkonferenz in San Francisco.

(Foto: AP)

Apple und Google sind längst von Partnern zu erbitterten Gegnern geworden. Der iPhone-Hersteller fordert den Suchmaschinen-Giganten nun im Wettbewerb um digitale Karten heraus – und setzt auf ein eigenes Angebot.

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Apple ersetzt die Google-Karten auf seinen iPhones und iPads durch ein eigenes Angebot. Das kündigte der Konzern auf der Entwicklermesse in San Francisco an. Apple hatte in den vergangenen Jahren mehrere Spezialisten für digitale Karten gekauft.

Die neuen Apple-Karten sollen besser mit anderen Diensten verknüpft sein: Stau-Anzeige, Navigations-Anweisungen, eine lokale Suche mit Einträgen von vnternehmen. Mit Hilfe des "persönlichen Assistenten" Siri soll der Kartendienst auch per Sprache bedient werden können. Das Ziel von Apple sei eine "ganzheitliche" Technologie, die die Karten mit anderen Diensten des Unternehmens verschmelze, hieß es im "Wall Street Journal". Etwa könnte der digitale Apple-Kalender dann einen Nutzer rechtzeitig warnen, wenn sich auf dem Weg zu einem anstehenden Termin ein Stau abzeichne.

Erbitterte Konkurrenten

Apple greift seit dem iPhone-Start 2007 auf die Google-Karten zurück. Damals sahen sich die Unternehmen noch als Partner, doch mit der Entwicklung des Google-Betriebssystems Android wurde das Verhältnis zunehmend schlechter. Apple-Gründer Steve Jobs sah in dem auf Linux beruhenden Handy-System Android eine Nachahmung der eigenen iPhone-Plattform iOS. Der damalige Google-Chef Eric Schmidt musste den Apple-Verwaltungsrat nach rund drei Jahren 2009 verlassen. Die Unternehmen konkurrieren auch bei mobilen Werbediensten, wo Google allerdings deutlich vorn liegt.

Für Google dürfte das Ausscheren von Apple auf Dauer Umsatzeinbußen bedeuten. Digitale Karten bilden die Basis für immer mehr ortsbezogene Dienste. Das lange unangefochtene Kartenangebot des Internet-Konzerns ist zuletzt bereits stärker unter Druck durch Konkurrenten wie das freie Projekt Open Street Map gekommen. So stieg der Dienst Foursquare, bei dem Mitglieder Freunden ihren Standort anzeigen können, von Google Maps auf Open Street Map um. Als Grund wurden die Kosten genannt, aber auch der größere Spielraum, die Karten anzupassen.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa

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