Wirtschaft

Exxon-Rekord pulverisiert Apple verdient so viel wie noch nie

Starker Quartalsbericht aus Kalifornien: Vor allem mit dem Verkauf von iPhones kann Apple im vierten Geschäftsquartal kräftig zulegen. Die Geschäfte in China laufen glänzend. Unterm Strich bleibt ein Reingewinn von mehr als 11 Milliarden Dollar.

Apple hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn erwirtschaftet. Der US-Konzern verdiente vor Steuern 53,4 Milliarden Dollar, ein Plus von 35 Prozent. Damit stellte Apple die bisherige Rekordmarke von Exxon Mobile in den Schatten. 2008 hatte der Öl-Riese einen Gewinn von 42,5 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der Umsatz kletterte um 28 Prozent auf 233,7 Milliarden Dollar.

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Auch im vierten Geschäftsquartal profitierte Apple on starken iPhone-Verkäufen in China profitiert. Der Gewinn stieg in dem am 26. September beendeten Dreimonatszeitraum auf 11,12 Milliarden Dollar - ein Plus von einem knappen Drittel. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Apple unterm Strich 8,47 Milliarden Dollar verdient.

Anleger reagierten begeistert: Im nachbörslichen US-Handel verteuert sich die Aktie zeitweise um rund 3 Prozent. Kurz vor der Zahlenvorlage hatten die Apple-Aktien in New York noch leicht schwächer notiert. Der Grund für die Freude der Investoren: Sowohl beim Umsatz als auch Gewinn übertraf der Konzern die Markterwartungen. Zudem gab Apple einen ordentlichen Ausblick auf das wichtige Weihnachtsquartal ab.

Mehr als erwartet

Mit dem aktuellen Zwischenbericht übertraf Apple das zwölfte Mal in Folge die Erwartungen der Analysten. Je Aktie verdiente das Unternehmen 1,96 Dollar nach 1,42 Dollar im Vorjahr. Der Anstieg fällt hier noch deutlicher aus, da Apple viele eigene Aktien zurückgekauft hat. Analysten hatten lediglich mit einem Gewinn je Anteilsschein von 1,88 Dollar gerechnet.

Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 51,5 Milliarden Dollar. Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 51,1 Milliarden Dollar gerechnet. Angesichts des starken Gewinnanstiegs fällt auch die von Investoren viel beachtete Bruttomarge erfreulich aus. Sie stieg deutlicher als erwartet auf 39,9 Prozent. Apple hatte eine Marge von 38,5 bis 39,5 Prozent in Aussicht gestellt.

Alles hängt am iPhone

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Ein knappes Drittel mehr Gewinn: Apple-Chef Tim Cook.

(Foto: REUTERS)

Der Erfolg des Unternehmens stützt sich vor allem auf eine einzelne Produktreihe: Das iPhone wächst sich für Apple mehr und mehr zu wichtigsten Ertrags- und Umsatzstütze aus. Im vergangenen Quartal entfielen knapp 63 Prozent der Einnahmen auf die Kategorie "iPhone". Allerdings blieb Apple hier beim Absatz dieses Mal hinter den Marktschätzungen zurück. Insgesamt verkaufte das Unternehmen nur 48,04 Millionen iPhones nach 39,27 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem Absatz von 48,72 Millionen Geräten gerechnet.

Hier könnte den Branchenkennern allerdings ein Kalendereffekt in die Quere kommen: Im aktuellen Zwischenbericht konnten die beiden neuen iPhone-Modelle - das iPhone "6s" und das "6s Plus" - nach dem Marktstart am 25. September lediglich mit zwei Verkaufstagen berücksichtigt werden.

Bei den Verkaufszahlen der Apple Watch zeigte sich Apple erneut wenig auskunftsfreudig und erklärte lediglich, die Nachfrage liege "über den Erwartungen". Bei den Mac-Rechnern reichte es zu einem Rekord: Apple veräußerte 5,7 Millionen Geräte.

Zukunftsmarkt in Asien

Das Geschäft in China lief im zurückliegenden Geschäftsquartal weiter auf Hochtouren. Insgesamt kletterte der Umsatz in der Region "Greater China" - die bei Apple auch Taiwan und Hongkong umfasst - um stolze 99 Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar.

Für das laufende erste Geschäftsquartal bei Apple, das das wichtige Weihnachtsgeschäft beinhaltet, erwartet der Konzern einen Umsatz von 75,5 Milliarden bis 77,5 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge soll 39 bis 40 Prozent erreichen. Analysten hatten bisher Erlöse von 77,14 Milliarden Dollar und eine Marge von 39,8 Prozent erwartet.

Quelle: ntv.de, mmo/DJ/rts