Wirtschaft

Spahn bessert nach Auch Zahnärzte bekommen Corona-Hilfe

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Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten sollen einen Einmalzuschuss erhalten.

(Foto: imago images/Frank Sorge)

Während Teile des Gesundheitssektors bereits von Unterstützungsmaßnahmen des Bundes profitieren, gehen andere Berufsgruppen wie Physiotherapeuten und Logopäden bislang leer aus. Nun justiert der Gesundheitsminister nach.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU plant angesichts der Corona-Krise finanzielle Unterstützung für weitere Teile des Gesundheitswesens. Wegen einbrechender Patientenzahlen sollen nun auch Therapeuten, Zahnärzte und Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren finanziell unterstützt werden, wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichteten. Eine entsprechende neue Verordnung des Gesundheitsministeriums trete in der kommenden Woche in Kraft.

"Viele Patientinnen und Patienten sind derzeit verständlicherweise zurückhaltend, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen", sagte Spahn dem RND. "Therapeuten und Zahnärzten brechen daher die Einnahmen weg." Auch Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren bräuchten Unterstützung. "Um gut funktionierende Strukturen zu erhalten, werden wir Verluste abfedern und Liquidität sichern", sagte der Minister. Konkret ist demnach geplant, dass sogenannte Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten 40 Prozent der Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss erhalten. Die Hilfen haben dem Bericht zufolge einen Umfang von rund 730 Millionen Euro.

Zahnärzte sollen demnach trotz kräftig gesunkener Patientenzahlen zunächst 90 Prozent der Vergütung aus dem vergangenen Jahr bekommen. Damit soll die Liquidität der Praxen gesichert werden. Am Ende des Jahres können sie 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe behalten. Auf die Boni werden weitere staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie die Soforthilfe für Selbstständige und das Kurzarbeitergeld nicht angerechnet. Reha-Einrichtungen für Eltern-Kind-Kuren erhalten demnach - wie bereits normale Reha-Einrichtungen - 60 Prozent ihrer Einnahmeausfälle ersetzt.

Der neue Schutzschirm ergänzt die bereits beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen der Regierung für Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen sowie die häusliche Krankenpflege. Das Paket hat einen Umfang von mehreren Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, jve/AFP