Wirtschaft

Es bleibt ein enges Rennen BER soll am 31. Oktober 2020 öffnen

Mit neun Jahren Verspätung steht ein neuer Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen fest: Ab dem 31. Oktober sollen laut Betreiber die ersten Flieger starten. Doch der Zeitplan ist ambitioniert: Noch immer müssen zahlreiche Mängel an Kabelverbindungen und Brandschutzsystemen beseitigt werden.

Der neue Hauptstadtflughafen BER soll am 31. Oktober 2020 eröffnet werden. Das teilten die Betreiber mit. Zuvor hatte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup den Aufsichtsrat über das Datum informiert. Näheres wollte er am späten Nachmittag auf einer Pressekonferenz erklären. Der neue Flughafen liegt in Schönefeld in Brandenburg. Dort ist der Reformationstag am 31. Oktober ein Feiertag.

Vor der Sitzung war schon bekannt gewesen, dass der BER an einem Tag im Oktober öffnen würde - und damit neun Jahre später als ursprünglich geplant. Immer wieder war der Eröffnungstermin wegen schwerer Baumängel verschoben worden.

Komparsen sollen Betriebsabläufe testen

In mehreren Schritten sollen nach der Eröffnung die Airlines von den alten Flughäfen Tegel und Schönefeld in die neuen Gebäude ziehen. In Tegel wird daraufhin der Betrieb eingestellt. Vom alten Terminal in Schönefeld werden allerdings noch für einige Jahre weiter Flieger starten, um den BER so lange zu entlasten, bis zusätzliche Kapazitäten geschaffen sind. Über den endgültigen Eröffnungstermin war in den vergangenen Wochen ausgiebig spekuliert worden.

Lütke Daldrup hatte den Kreis der Wissenden klein gehalten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wurden per Tischvorlage über das Datum informiert, um zu verhindern, dass Informationen vorab durchsickern. Der Zeitplan bleibt ambitioniert. Noch immer müssen zahlreiche Mängel an Kabelverbindungen und Brandschutzsystemen abgearbeitet werden. Auch am Flughafen-Bahnhof sind Nachprüfungen notwendig, um sicherzustellen, dass die dortigen technischen Systeme auch im Zusammenspiel mit dem darüber liegenden Flughafengebäude funktionieren.

Im Sommer sollen rund 20.000 Komparsen die Betriebsabläufe am Flughafen testen. Spätestens dann will Lütke Daldrup alle Mängel beseitigt haben. Unklar bleibt indes, ob bis zum Eröffnungsdatum auch der Terminal 2 fertig wird, der für mehr Kapazitäten sorgen soll.

Kapazität wird schon bald nicht reichen

Das Krisenprojekt Hauptstadtflughafen hat schon eine Reihe von Verschiebungen hinter sich. Im Jahr 2012 waren bereits Einladungen zur Eröffnung verschickt. Die Entscheidung für den Bau wurde bereits 1996 getroffen. Die Kosten sind kräftig gestiegen, zuletzt war von über sieben Milliarden Euro die Rede. Erste Planungen waren 1995 von gut einer Milliarden Euro ausgegangen.

Gesellschafter und Eigentümer des Projekts sind die Länder Berlin und Brandenburg (je 37 Prozent) sowie der Bund (26 Prozent). Die vorgesehene Kapazität des Flughafens wird allerdings schon bald nicht mehr ausreichen, um den Flugverkehr der Hauptstadt abzuwickeln. Bereits jetzt laufen daher Ausbauprojekte.

Quelle: ntv.de, jki//AFP/rts