Wirtschaft

Randgeschäfte werden geprüftBahn-Chefin: "Machen nur noch, womit wir Geld verdienen"

12.05.2026, 00:46 Uhr
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Ein-Mann-stellt-am-Hauptbahnhof-ein-Call-a-Bike-Leihfahrrad-der-Deutsche-Bahn-Tochter-DB-Connect-ab-Mit-neuen-Fahrraedern-und-einer-engeren-Zusammenarbeit-mit-den-Staedten-will-sich-der-Leihrad-Anbieter-der-Deutschen-Bahn-DB-Connect-im-zunehmenden-Wettbewerb-staerker-aufstellen
Es ist unklar, wie lange die Bahn noch das Geschäft mit Leihrädern betreiben wird. (Foto: picture alliance/dpa)

Neben dem Personen- und Güterverkehr auf der Schiene ist die Bahn auch im Leihgeschäft von Rädern und Autos tätig. Das soll in Zukunft aber nur noch unter bestimmten Bedingungen der Fall sein. Auch Schienenprojekte im Ausland könnten bald ein Ende haben.

Bahnchefin Evelyn Palla will sich von unprofitablen Beteiligungen der Deutschen Bahn trennen, wenn diese nicht zum Kerngeschäft gehören. "Kerngeschäft, das ist das richtige Triggerwort. Wir konzentrieren uns noch fokussierter auf das Eisenbahnfahren", sagt sie dem stern. Randgeschäfte wie etwa Angebote für die sogenannte erste und letzte Meile werde die Deutsche Bahn "künftig nur noch machen, wenn wir damit auch Geld verdienen".

Damit kommen auch Bahn-Angebote wie die Vermietung von Leihrädern (Call-a-bike) oder Leihautos (Flinkster) auf den Prüfstand. Mit welchem Geschäft davon die Bahn Geld verdient und mit welchem nicht, ließ Palla offen. Sie macht aber klar: "Wo heute Minus ist, muss demnächst ein Plus stehen."

Der DB-Konzern listet in seiner Bilanz über 500 Beteiligungen auf, etliche davon im Ausland. Bereits im vergangenen Jahr verkaufte die Bahn ihre äußert profitable Logistiktochter DB Schenker, die Warentransporte überwiegend per Lkw organsierte.

Zudem hat sich der Staatskonzern von Arriva getrennt, ein internationales Personenunternehmen, das in Großbritannien, Italien oder den Niederlanden Bus oder Regionalverkehr organisierte. Die Abkoppelung erfolgte aufgrund strategischer Überlegungen, aber auch weil durch die Verkaufserlöse die hohe Schuldenlast der DB reduziert werden konnte.

Entschieden ist bereits, dass die DB sich von großen Schienenprojekten im Ausland, etwa in Indien und in Uruguay verabschiedet. Diese werden derzeit Tochtergesellschaft DB E.C.O. Group betreut. "Das ist ein Geschäft, von dem wir uns mittelfristig trennen werden", sagt Palla dem stern.

Quelle: ntv.de, dsc

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