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Siemens dementiert Probleme Bahn: Neue ICE nicht winterfest

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Die Züge vom Typ ICE M3 sollten schon 2011 geliefert werden.

picture alliance / dpa

Eigentlich sollte die Bahn schon 2011 mit 16 neuen Zügen ihre Fernverkehrs-Flotte verstärken. Doch Siemens schafft es auch nicht zum Winterfahrplan 2012 zu liefern. Zwar sind acht Züge fertig, doch die Bahn ist nicht zufrieden. Siemens dementiert die angeblichen Probleme.

Die Deutsche Bahn rechnet laut einem Zeitungsbericht nicht mehr damit, dass sie wie geplant neue ICE-Züge zum Winterfahrplan 2012 einsetzen können wird. Wie die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf ein internes Protokoll aus dem Aufsichtsrat berichtet, sind "erste Züge für den Deutschlandeinsatz laut Siemens-Terminplan erst im Februar 2013 verfügbar".

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Eigentlich sollten demnach 16 neue ICE im Wert von 500 Millionen Euro bereits Ende 2011 ausgeliefert werden. Wegen technischer Probleme kam es zu Verzögerungen. Zumindest acht Züge wollte Siemens bis Ende 2012 liefern, wie es weiter heißt.

Dementi von Siemens

Dabei bleibe es, versicherte ein Siemens-Sprecher erneut: "Wir stellen acht voll einsatzfähige Züge zum Winterfahrplan bereit." Ein Bahn-Manager sagte dagegen dem Bericht zufolge: "Nach unseren Erkenntnissen sind diese Züge bei der Übernahmeprüfung durchgefallen und haben keine Zulassung." Außerdem seien sie nicht winterfest und somit nicht einsetzbar. Nach Veröffentlichung des Berichts der "Bild am Sonntag" meldete sich Siemens abermals zu Wort und versicherte, es bleibe bei der Lieferung.

Im Mai hatte es geheißen, die Bahn fordere von Siemens wegen der Verzögerung Schadensersatz in Millionenhöhe. Die Summe belaufe sich angeblich auf 45 bis 50 Mio. Euro. Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube sagte damals, als Ausgleich für die Verspätung werde über einen zusätzlichen 17. Gratis-ICE für die Bahn verhandelt. Ein solcher Zug kostet aber nur etwa 30 Millionen Euro.

Wenig Reserven für Winterprobleme

Hintergrund der Lieferverzögerungen sind ungeklärte technische Fragen und neue Genehmigungsauflagen. Diese betreffen laut Grube etwa Radsatzdrehgestelle, Klimaanlagen und Bremsen. Auf welchen Strecken die Züge eingesetzt werden sollen, ist noch nicht klar.

Im Winter 2010/2011 musste die Bahn im Personenverkehr massive Zugausfälle und Verzögerungen hinnehmen, da es ihr an Reserven mangelt. Um ein Winterchaos künftig zu verhindern, hat die Deutsche Bahn inzwischen Krisenpläne aufgelegt und massiv in Wintervorbereitungen investiert.

Quelle: n-tv.de, che/AFP

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