Wirtschaft

Auftakt zur Banken-Woche Banken-Trio bittet die Anleger zur Analyse

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(Foto: REUTERS)

Zu Beginn der US-Berichtssaison öffnen die US-Großbanken ihre Bücher. Die Häuser profitieren von der Erholung der Wirtschaft und können zum Teil auch ihre Erlöse an den Handelsmärkten steigern. Doch die Vergangenheit wirft noch immer Schatten.

In den USA kommt die Berichtssaison in Fahrt. Dabei stehen in dieser Woche vor allem die Banken im Fokus der Anleger. So präsentieren JP Morgen, Citigroup und Wells Fargo über den abgelaufenen Drei-Monats-Zeitraum. Allerdings weisen die Zahlenwerke keine einheitliche Tendenz auf. Der Bericht von JP Morgan etwa wird am Markt mit Enttäuschung aufgenommen, denn die Bank hat aufgrund hoher Rechtskosten die Erwartungen verfehlt. Überraschend gut hat dagegen die Citigroup abgeschnitten. Lediglich wie erwartet fallen die Zahlen von Wells Fargo aus.

JP Morgan hat im dritten Quartal dank eines besser als erwarteten Handelsgeschäfts einen Milliardengewinn eingefahren. Im Handel mit festverzinslichen Produkten kletterten die Einnahmen deutlicher als viele Analysten erwartet hatten. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass andere Investmentbanken wie Goldman Sachs besser als erwartete Zahlen vorlegen könnten.

Höhere Marktaktivität belebt JP Morgen

In den drei Monaten per Ende September verdiente JP Morgan Chase knapp 5,6 Milliarden US-Dollar. Pro Aktie waren dies mit 1,36 Dollar aber zwei Cent weniger als prognostiziert. Grund seien Rechtskosten in Höhe von einer Milliarde Dollar, sagten Analysten. Im Vorjahr hatten hohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten dem Geldhaus noch einen Verlust von 380 Millionen Dollar.

Die Einnahmen kletterten nun um 5,4 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Dollar. Hier konnte die New Yorker Bank die Marktschätzungen übertreffen. Grund für das bessere Abschneiden ist das Geschäft mit festverzinslichen Produkten. Hier kletterten die Einnahmen um 2,1 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. "Es gab an den Märkten eine höhere Aktivität und insgesamt auch eine bessere Entwicklung, insbesondere im Währungsgeschäft und in Schwellenländern", sagte Bank-Chef James Dimon.

Doch es lief nicht alles rund: Im Handel mit Aktien und Optionen ging es mit 1,4 Prozent etwas bergab auf 1,23 Milliarden Dollar. Wesentlich schlechter lief es im Hypothekengeschäft. Die Vergabe neuer Hypotheken brach in den drei Monaten um fast die Hälfte auf 21,2 Milliarden Dollar ein. Im Vergleich zum Vorquartal zeigte sich dagegen eine deutliche Besserung um 26 Prozent. Der Gewinn im Hypothekengeschäft sank von 705 Millionen auf 439 Millionen Dollar.

Handelsgeschäft verlässt elf Länder

Die Citigroup profitierte im dritten Quartal von einem starken Handelsgeschäft. Zudem macht sich die gute Lage der US-Wirtschaft bezahlt. Viele Amerikaner können nun ihre Kredite wieder regelmäßiger bedienen. Darüber hinaus kündigte die US-Großbank an, das Filialgeschäft zu verschlanken und sich aus mehreren Ländern - auch in Europa - zurückzuziehen.

Die viertgrößte US-Bank steigerte das Nettoergebnis auf Jahressicht um 6,6 Prozent auf mehr als 3,4 Milliarden Dollar. Je Aktie lag der Gewinn bereinigt bei 1,15 Dollar. Analysten hatten nur mit 1,12 Dollar gerechnet. Im Vorjahr war die Citigroup haarscharf an einem Quartalsverlust vorbeigeschrammt - ein teurer Vergleich hatte damals massiv auf den Gewinn gedrückt.

Die Einnahmen steigerte das Institut den Angaben zufolge nun um 9,5 Prozent auf 19,6 Milliarden Dollar. Hier hatten die Marktbeobachter weniger als 19,1 Milliarden Dollar erwartet.

Wells Fargo vergibt mehr Kredite

Derweil hat die Großbank Wells Fargo mehr verdient. Dabei profitierte die Bank aus San Francisco vor allem von einer steigenden Kreditvergabe, während das marktführende Hypothekengeschäft wie im Vorquartal schwächelte. Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal um knapp zwei Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar, wie das Institut mitteilte. Die Einnahmen legten um vier Prozent auf 21,2 Milliarden Dollar zu.

Wells Fargo konnte die Kreditvergabe an Privat- und Geschäftskunden im dritten Quartal ankurbeln. Sie stieg um vier Prozent. Hinzu kam, dass die Bank wegen einer höherer Bonität der Kunden weniger Geld für mögliche Kreditausfälle zur Seite legen musste.

Am morgigen Mittwoch legt die Bank of America als weitere Großbank Geschäftszahlen vor, bevor am Donnerstag und Freitag Goldman Sachs und Morgan Stanley folgen.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ

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