Wirtschaft

"Dynamische Situation" Beim Affenpocken-Impfstoff droht Engpass

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Bisher produziert der deutsch-dänische Hersteller nur an einem Standort.

(Foto: REUTERS)

Der weltweit einzige Hersteller des Affenpocken-Impfstoffes zweifelt, ob er die hohe Nachfrage decken kann. Eine Massenproduktion wäre frühestens in drei Monaten möglich, sagt der Vizepräsident des deutsch-dänischen Herstellers.

Das einzige Unternehmen mit einem zugelassenem Impfstoff gegen Affenpocken ist sich nicht sicher, ob es die wachsende Nachfrage befriedigen kann. Das sagte der Vizepräsident des deutsch-dänischen Herstellers, Rolf Sass Sörensen dem Finanzportal "Bloomberg" und sprach von einer "sehr dynamischen Situation". Derzeit produziert das Unternehmen nur an einem Standort in Dänemark und hatte versichert, alle Aufträge mit seiner Anlage stemmen zu können. Da die Zahl der Affenpockenerkrankungen weltweit steigt, prüft Bavarian Nordic A/S nun allerdings, ob es möglich ist, Teile der Produktion auszulagern.

Bisher hatte Bavarian einen Technologietransfer abgelehnt. Das Argument des Herstellers: Ein Transfer zu einem Drittproduzenten wäre zu umständlich und zu teuer. Doch ein solcher Schritt würde die erforderliche Massenproduktion ermöglichen, heißt es nun. "Wir suchen nach Wegen, um bei den verschiedenen Produktionsschritten des Impfstoffs Hilfe von Partnern zu erhalten", so Sörensen. Der Vorstandsvorsitzende, Paul Chaplin, sagte der dänischen Zeitung "Börsen", dass ein möglicher Produktionstransfer an einen US-Hersteller etwa drei Monate dauern könnte, allerdings gebe es hier noch keine konkreten Verhandlungen.

In ganz Europa steigt die Zahl der Affenpocken-Fälle. Studien zufolge haben sich 95 Prozent der Erkrankten bei sexuellen Aktivitäten angesteckt. In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) vor wenigen Tagen erstmals mehr als 3000 Erkrankte gemeldet, darunter ganz überwiegend Männer, die sexuelle Kontakte mit anderen Männern haben.

Vor allem die typischen Hautläsionen enthalten hohe Viruskonzentrationen. Infektionen sind wohl auch durch Speichel, große Tröpfchen und Sperma möglich. Anders als das Coronavirus wird der Erreger nicht durch Aerosole beim Atmen oder Husten übertragen. Es gibt Impfstoffe, die allerdings in vielen Ländern knapp sind. Auch wirksame Medikamente sind zugelassen, aber gerade kaum verfügbar.

Quelle: ntv.de, jdr/dpa

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