Wirtschaft

Generali greift für Tochter tief in die Tasche Börsenabschied wird teuer

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der italienische Versicherungsriese will seine Deutschland-Sparte von der Börse nehmen. Dies könnte aber bis zu 400 Millionen Euro kosten - und freut vor allem die Aktionäre der Tochter. Das Papier kennt seit gut einem Jahr nur eine Richtung.

Assicurazioni Generali
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Den Abschied seiner Deutschland-Tochter von der Börse lässt sich der italienische Versicherer Assucurazioni Generali rund 400 Millionen Euro kosten. Für drei weitere Prozent an der Kölner Generali Deutschland berappte der Versicherungsriese aus Triest 171 Millionen Euro und schaffte damit die Voraussetzungen, dessen verbliebene Kleinaktionäre gegen eine Zwangsabfindung aus dem Unternehmen zu drängen. Das könnte zu dem zuletzt stark gestiegenen Kurs weitere 230 Millionen Euro kosten. Zur Finanzierung verkauften die Italiener am Mittwoch 15,5 Millionen eigene Aktien für insgesamt 217 Millionen Euro an Investoren. Der Preis lag mit 13,95 Euro zwei Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag.

Die Assucurazioni Generali kommt nun auf einen Anteil von 96 Prozent an der Kölner Tochter. Mit einem Anteil von mehr als 95 Prozent haben sie das Recht, den sogenannten Squeeze-Out zu verlangen. Anfang 2014 soll er abgeschlossen sein.

Generali-Deutschland-Aktionäre spekulieren auf eine höhere Abfindung. Die Aktie, die seit Juli 2012 ihren Kurs verdoppelt hatte, schnellte am Mittwoch um weitere acht Prozent auf 109 Euro nach oben. Der Versicherer wird damit an der Börse mit 5,8 Milliarden Euro bewertet.

Deutschland ist für Generali einer der drei wichtigsten Märkte. Die deutsche Tochter erwirtschaftet ein Viertel der Beiträge im Konzern und verdiente im vergangenen Jahr gut eine halbe Milliarde Euro.

Generali Deutschland war unter dem Namen AMB Generali bis Ende 2008 im Nebenwerteindex MDax  notiert. Seinen Ursprung hat das Unternehmen in der Aachener und Münchener Versicherung. Zum Konzern gehören Marken wie Cosmos Direkt, Central Kranken und die Bausparkasse Badenia.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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