Wirtschaft

Brandanschlag auf Büro in Athen Microsoft muss Millionen zahlen

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Mit Gasflaschen beladen vor dem Haupteingang geparkt: Das Motiv der Attentäter bleibt unklar.

(Foto: AP)

Richter des Europäischen Gerichtshofs erklären eine EU-Kartellstrafe gegen den US-Konzern im Kern für rechtens: Microsoft muss nun ein Bußgeld in dreistelliger Millionenhöhe entrichten. Die Richter setzen das Zwangsgeld geringfügig auf 860 Mio. Euro herab. Unterdessen wird der Konzern in Athen Opfer eines gefährlichen Brandanschlags.

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Mehr als eine dreiviertel Milliarde: Microsoft muss die Rückstellungen anfassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Softwarekonzern Microsoft hat im Kartellstreit mit der EU eine leichte Reduzierung des von der Kommission verhängten Bußgelds auf 860 Mio. Euro erreicht. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) reduzierte die Strafe um 39 Mio. Euro (Aktenzeichen: T-167/08). Im Wesentlichen bestätigten die Richter in der ersten Instanz die Entscheidung der EU-Kommission.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten eine Strafe gegen den US-Konzern ausgesprochen, weil das Unternehmen jahrelang zu hohe Lizenzgebühren für technische Informationen verlangt hatte. Nach Auffassung der EU-Kommission hatte Microsoft seinen Mitbewerbern den Zugang zu wichtigen Informationen über die Interoperabilitiät von Geräten verwehrte.

Weil Microsoft nicht zahlte, verhängte Brüssel eine Strafzahlung in Höhe von ursprünglich 899 Mio. Euro. Der Konzern zog vor Gericht. Mit der nun vorliegenden Entscheidung gilt die Rechtssache "Microsoft gegen EU-Kommission" als erledigt. Eine Stellungnahme von Microsoft lag zunächst nicht vor. In der Microsoft-Zentrale in Redmond im Bundesstaat Washington im Westen der USA herrschte zum Zeitpunkt der EuGH-Entscheidung noch tiefe Nacht.

Brandanschlag auf Microsoft-Büro

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Unabhängig von der Entscheidung in Luxemburg sorgte ein Anschlag auf eine Microsoft-Niederlassung in Griechenland unterdessen für Aufsehen: Unbekannte brachten am frühen Morgen einen mit Gasflaschen beladenen Kleintransporter zur Explosion.

Der Wagen brannte unmittelbar vor den Athener Büros des Software-Riesen vollkommen aus. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude verhindern. Die Detonation verursachte nach Polizeiangaben allerdings erhebliche Schäden. Menschen kamen ersten Angaben zufolge nicht zu Schaden.

Der Vorfall schlägt hohe Wellen: Spezialeinheiten der Antiterrorpolizei nahmen Ermittlungen auf. Hinter dem Anschlag stünden ersten Erkenntnissen zufolge extremistische Beweggründe, teilte griechische Sicherheitsbehörden mit. Die Motive der Attentäter blieben zunächst weitgehend unklar: Im ungünstigsten Fall dürfte ein Rückzug internationaler Unternehmen die wirtschaftliche Lage des Landes weiter verschärfen.

Hilflose Wachmänner

Den Angaben zufolge erzwangen drei oder vier Unbekannte am frühen Morgen die Zufahrt mit dem Transporter auf das Microsoft-Gelände. Sie hätten zwei Wachmänner überwältigt, den Wagen in Brand gesetzt und seien anschließend geflohen, hieß es. Die Explosion richtete vor allem Schäden im Eingangsbereich und dem Erdgeschoss des Gebäudes am nördlichen Stadtrand Athens an.

Zwischen dem Attentat und der EU-Kartellstrafe besteht kein erkennbarer Zusammenhang. In Griechenland gibt es immer wieder kleinere Anschläge auf diplomatische Vertretungen, öffentliche Einrichtungen und Bankfilialen. Die Polizei schreibt diese meist extremistischen und anarchistischen Gruppen zu.

Mit einem Anschlag auf einen internationalen Großkonzern abseits der Finanzbranche bekäme die Sicherheitslage in Griechenland allerdings eine vollkommen neue Dimension.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa/rts

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