Wirtschaft

Während andere aussteigen Buffett investiert in Erdöl und sich selbst

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Nicht nur Umweltschützer, auch manche Investoren sehen in Ölkonzernen wie Chevron vor allem Klima-Killer. Buffett sieht dagegen eine Chance.

(Foto: REUTERS)

Der US-Ölkonzern Chevron erlebte wegen der Pandemie gerade sein schlechtestes Geschäftsjahr seit Jahren. Genau das hält Investment-Guru Buffett offenbar für den richtigen Zeitpunkt einzusteigen. Die mit Abstand größte Milliardensumme steckt er jedoch in die eigenen Aktien.

US-Investmentlegende Warren Buffett hat in den vergangenen Monaten das Portfolio seiner Firma Berkshire Hathaway deutlich verändert. Unter anderem erwarb er für 4,1 Milliarden Dollar Anteile am Ölkonzern Chevron. Das geht aus einem Bericht über die Investments des Konzerns zum 31. Dezember hervor. Beim größten US-Mobilfunkanbieter Verizon Communications kaufte er für 8,6 Milliarden US-Dollar Aktien. Auch bei der US-Tochter der deutschen Telekom, T-Mobile USA, griff Buffetts Unternehmen zu. Gleichzeitig verkaufte Berkshire einen Teil seiner Apple-Anteile. Die Aktien des iPhone-Herstellers stellten aber weiterhin die mit Abstand wertvollste Beteiligung im Berkshire-Portfolio dar.

Vor allem die Investition in Chevron scheint bemerkenswert: Derzeit steigen nicht nur viele andere Großinvestoren aus der Ölbranche aus, um die Klimabilanz ihres Portfolios zu verbessern. Chevron hatte durch den Wirtschaftseinbruch und die dadurch geringe Nachfrage nach Öl 2020 sein schlechtestes Jahr seit 2016. Berkshire setzt aber offenbar auf eine baldige Erholung der Branche. Zuletzt hatte der Ölpreis wieder angezogen. Einige Analysten prophezeien sogar einen mittelfristigen Anstieg auf 100 Dollar oder mehr pro Fass, da die Ölförderung zuletzt stärker gesunken sei, als der Bedarf im Zuge einer Umstellung der Weltwirtschaft auf erneuerbare Energien zurückgehe.

Es geht aus der Berkshire-Mitteilung nicht hervor, ob die Investitionsentscheidung von Buffett selbst ausging oder von den Managern Todd Combs und Ted Weschler. Es wird erwartet, dass sie alle Berkshire-Investments übernehmen, wenn der 90-jährige Buffett nicht mehr an der Spitze steht.

Mehr als 15 Milliarden für eigene Aktien

Berkshire hat außerdem in seinem Pharmaportfolio Anpassungen vorgenommen. So wurde der 136 Millionen Dollar schwere Anteil an Pfizer verkauft, während die Beteiligungen an Abbvie, Merck & Co sowie Bristol Myers Squibb erhöht wurden. In der Finanzbranche hat Berkshire seine verbliebenen Anteile an JP Morgan für 93 Millionen Dollar verkauft und seine Beteiligung an Wells Fargo um 1,4 Milliarden Dollar reduziert.

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Vergangenes Jahr hat Berkshire Anteile an Fluggesellschaften, darunter United Airlines, American Airlines, Delta Air Lines und Southwest Airlines verkauft. Buffett ist der Auffassung, dass sich das Kundenverhalten im Reisebereich langfristig geändert hat.

Beobachter haben darauf gewartet, dass Buffett einen großen Teil des Barmittelbestands von Berkshire von mehr als 150 Milliarden Dollar für Investment in andere Unternehmen nutzt. Stattdessen hat der Konzern aber Milliarden für eigene Aktien ausgegeben, allein 15,7 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe in den ersten neun Monaten 2020.

Quelle: ntv.de, mbo