Wirtschaft

HRE-Pleitebank wird nicht verkauft Bund wickelt Depfa ab

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Die verstaatlichte HRE-Tochter Depfa wird nun doch nicht verkauft, sondern abgewickelt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Anders als geplant wird die verstaatlichte Krisenbank Depfa nun doch nicht verkauft, sondern abgewickelt. Die Bad Bank der gestrauchelten HRE soll die Aufgabe übernehmen, damit der Steuerzahler mehr von seinem Geld wiedersieht.

Der deutsch-irische Staatsfinanzierer Depfa wird abgewickelt und nicht wie bisher geplant verkauft. Diese Entscheidung habe der Lenkungsausschuss des staatlichen Rettungsfonds SoFFin getroffen, teilte das Finanzministerium mit. Eine Abwicklung der HRE-Tochter über die FMS Wertmanagement verspreche für den Steuerzahler ein besseres Ergebnis als ein Verkauf. Die FMS Wertmanagement wickelt als Bad Bank bereits große Teile der Portfolien der in der Finanzkrise kollabierten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ab.

Das HRE-Nachfolgeinstitut Deutsche Pfandbriefbank (pbb) will das Finanzministerium dagegen weiter verkaufen. Dort sind jene Geschäfte gebündelt, die fortgeführt werden. Der von der EU vorgegebene Privatisierungsprozess der pbb soll bis Ende 2015 abgeschlossen werden. "Wir haben hier eine völlig andere Ausgangslage. Bei der pbb handelt es sich um eine aktive Immobilienbank mit Neugeschäft."

Die Depfa hingegen stand schon seit Ende 2008 auf Abwicklung und die Europäische Kommission hatte dem Bund hier zwei Alternativen überlassen: Verkauf oder Abwicklung, wenn diese wirtschaftlich vorteilhafter ist. "Bei der Depfa haben wir uns für Letzteres entschieden", hieß es aus dem Ministerium.

Die vom Staat gerettete HRE hatte Gebote einer Reihe von Bietern für die Depfa erhalten und mit einigen davon Verhandlungen geführt. Es war bereits durchgesickert, dass eine Transaktion kurz bevorsteht und mit rund 300 Millionen Euro bewertet werden könnte. Als mögliche Käufer wurden von einer informierten Person der Investor Third Point und eine Gruppe um den Finanzinvestor Mead Park Management genannt.

Gebote für Depfa zu niedrig

Doch nun kommt es anders: Das Finanzministerium lobte die FMS Wertmanagement als "eine erfahrene Einrichtung mit der notwendigen Kompetenz, um eine solche Aufgabe zu bewältigen. Die Bad Bank der HRE hatte bereits große Teile der Portfolien der Hypo Real Estate abgewickelt, zu der auch die Depfa gehört.

Die HRE hatte fast 10 Milliarden Euro an frischem Kapital von der Bundesregierung erhalten, als sie Mitte 2008 kurz vor dem Zusammenbruch stand. Ihre Dubliner Niederlassung Depfa hatte wesentlichen Anteil daran, dass die Immobilienbank vom Staat gerettet werden musste. Die Depfa hatte sich auf Finanzdienstleistungen für die öffentliche Hand konzentriert. Im Zuge der Finanzkrise wurde sie stabilisiert, und die Risiken im Portfolio wurden reduziert.

Im Jahr 2010 wurden problembehaftete und nicht strategische Vermögenswerte der Depfa in Höhe von etwa 131 Milliarden Euro auf die Bad Bank der HRE übertragen. Seitdem hat der ehemalige Staatsfinanzierer das bei ihm verbliebene Kernportfolio auf 34 Milliarden Euro fast halbiert. Es besteht überwiegend aus Positionen mit gutem Emittenten-Rating, teilten HRE und Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung mit. Per Ende Dezember 2013 hatte die Depfa eine Bilanzsumme von 49 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de, hvg/rts/DJ

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