Wirtschaft

Um Markenwert zu schützen Burberry zerstört Waren für 32 Millionen Euro

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Burberry will sich die eigene Exklusivität erhalten.

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Bevor die Waren von Burberry verramscht oder gefälscht werden, kommen sie in den Schredder. Das soll die Exklusivität der Marke schützen und Geld sparen. Im Falle der Luxusmarke wandern im letzten Jahr Mode und Kosmetika für 32 Millionen Euro in die Tonne.

Der britische Luxuskonzern Burberry hat im zurückliegenden Jahr unverkaufte Mode- und Kosmetikartikel im Wert von 28,6 Millionen Pfund (32 Millionen Euro) vernichtet, um seinen Markenwert zu schützen. Wie das für seine eleganten Regenmäntel und Karomuster bekannte Unternehmen aus Anlass seines Jahresberichts erklärte, verfügt es über "sorgfältige Verfahren, um die Menge an überschüssigen Lagerbeständen zu verringern".

Wenn die "Entsorgung" von Waren erforderlich sei, geschehe dies in "verantwortungsvoller Weise". Die Firma suche weiterhin nach Möglichkeiten, um ihren Abfall zu minimieren oder daraus neue Produkte herzustellen. Unter den zerstörten Waren waren demnach allein Kosmetikprodukte im Wert von 10,4 Millionen Pfund.

Dem Unternehmen falle es nicht leicht, die Ware zu zerstören, wird der Aufsichtsratsvorsitzende John Peace im Bericht zitiert. Die Zerstörungsstrategie sei einfach eine bessere Alternative zu Rabatten, die Marge und Marke noch stärker beschädigen würden. "Kunden zahlen hohe Preise für die Exklusivität der Marke Burberry und nicht für den eigentlichen Warenwert", so Peace.

Burberry entstehen nach eigenen Angaben jedes Jahr durch gestohlene oder gefälschte und zu Discountpreisen verkaufte Markengüter große Verluste. Im Mai hatte das Modehaus für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr 2017/18 einen Jahresüberschuss um zwei Prozent auf 294 Millionen Pfund bekannt gegeben.

Auch der Onlinehändler Amazon stand in diesem Jahr wegen des gleichen Verfahrens in der Kritik. Der Online-Riese soll nach Informationen des ZDF und der "Wirtschaftswoche" ebenfalls massenhaft zurückgegebene und noch neuwertige Produkte vernichtet haben. Unter Berufung auf interne Produktlisten, Fotos und Mitarbeiteraussagen würden in den deutschen Logistiklagern des Versandhändlers "in großem Umfang" Güter aller Art entsorgt, darunter Kühlschränke, Handys, Matratzen und Möbel.

Amazon bestritt die Praxis nicht, die von der Bundesregierung scharf kritisiert wurde, sondern erklärte stattdessen, über mehrere Programme zu verfügen, um die "Entsorgung von Produkten" weiter zu reduzieren - etwa über Wiederverkäufe oder Spenden.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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