Wirtschaft

Handelskrieg trifft BMW und Daimler China verhängt Strafzölle

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Ein Buick-Modell von GM auf einer Autoshow in China: Künftig werden die Modelle der US-Hersteller wegen der Einfuhrzölle teurer.

(Foto: REUTERS)

Die Chefetagen der deutschen Autokonzerne horchen auf: China will Autoimporte aus den USA mit Einfuhrzöllen belegen - von bis zu 21,5 Prozent. Auch deutsche Hersteller sind betroffen, die in den Vereinigten Staaten selbst produzieren. Die Aktien von BMW und Daimler schließen mit deutlichen Verlusten.

Die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA gehen in eine neue Runde. Das chinesische Handelsministerium kündigte für Autoimporte aus den USA Anti-Dumping-Zölle von bis zu 21,5 Prozent an. Die Regelung soll den Angaben nach bereits ab Donnerstag für zwei Jahre gelten. Eine Sprecherin des amerikanischen Handelsbeauftragten zeigte sich enttäuscht. Man werde mit den Beteiligten und dem US-Kongress über das weitere Vorgehen beraten.

Die Gebühr trifft sowohl die heimischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler als auch ausländische Hersteller, die in den USA produzieren und dort den boomenden chinesischen Automarkt beliefern.

Auch Fahrzeuge der deutsche Hersteller BMW und Daimler wären betroffen, wenn auch in geringem Maße. Die Aktien der deutschen Autobauer gaben nach: BMW schlossen mehr als 5 Prozent im Minus, Daimler mehr als 3 Prozent.

BMW winkt ab

Da half auch die Aussage von BMW nichts, dass die Auswirkungen der Strafzölle auf das China-Geschäft "nicht wesentlich" sein dürften. Der Münchner Autobauer führt nach China die in Amerika produzierten Geländewagen ein. Es geht um mehrere zehntausend Fahrzeuge im Jahr. Seit Jahresbeginn seien in China rund 15.000 Geländewagen des Modells X5 verkauft worden sowie knapp 6000 X3 und etwa 7700 X6.

Konkurrent Daimler muss nach den Worten einer Sprecherin erst noch prüfen, inwieweit der Konzern von der Maßnahme betroffen ist. Daimler baut in den USA Geländewagen der Marke Mercedes-Benz.

Waschechter Handelskrieg

Die Zölle sollen für alle in den USA gebauten Fahrzeuge mit einer Motorkapazität ab 2,5 Litern gelten, wie das Ministerium in China mitteilte. Für BMW-Fahrzeuge, wie sie in den USA gefertigt werden, wird demnach künftig eine zusätzliche Abgabe von 2 Prozent anfallen, für GM-Fahrzeuge in Höhe von 8,9 Prozent. Für Chrysler-Autos sind 8,8 Prozent vorgesehen. Das Ministerium begründete den Schritt damit, dass die Produktion in den USA subventioniert werde und die Fahrzeuge so auf den chinesischen Markt gedrückt worden seien. Dies habe der Branche in China "substanziellen Schaden" zugefügt.

Die beiden weltgrößten Volkswirtschaften streiten sich seit längerem in Handelsfragen in verschiedenen Bereichen. Allein seit dem Beitritt Chinas zur WTO vor zehn Jahren haben die USA zwölf Handelsverfahren eingeleitet, fünf davon unter Präsident Barack Obama.

Deutscher Luxus gefragt

China ist vor allem für die deutschen Hersteller der wichtigste Markt der Welt. Hersteller wie Audi verkaufen dort bereits mehr Fahrzeuge als auf dem deutschen Heimatmarkt. Die Wachstumsraten im Reich der Mitte sind enorm, gefragt vor allem Luxusautos der deutschen Premiumhersteller.

Quelle: ntv.de, bad/rts/dpa