Wirtschaft

Poker um NordLB Coba und Helaba geben kein Angebot ab

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NordLB könnte bald ausländischen Mehrheitseigner haben.

(Foto: picture alliance / Peter Steffen)

Die Angebotsfrist für die NordLB endet. Nach Insiderinformationen halten sich die Commerzbank und die Helaba merklich zurück. Damit könnten US-Finanzinvestoren zum Zug kommen.

Die Commerzbank und die Landesbank Hessen-Thüringen wollen offenbar nicht nach der NordLB greifen. Damit dürften nur noch private US-Finanzinvestoren im Rennen um das Institut sein. Die Commerzbank wolle kein verbindliches Angebot für die Landesbank aus Hannover abgeben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Mehrere Teile der NordLB seien nicht attraktiv. Und diese würden nach Überzeugung von Commerzbank-Chef Martin Zielke die Wachstums- und Synergieeffekte überlagern, die das Institut durch eine Übernahme im Privat- und Firmenkundengeschäft erzielen könnte. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.

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Die Helaba gibt Insidern zufolge vorerst kein Angebot für die NordLB ab, bleibt aber gesprächsbereit. "Unter den aktuellen Bedingungen reicht die Helaba keine Offerte ein", sagte ein Insider. Man solle aber nie nie sagen. Ein anderer Insider betonte, die Trägerversammlung und der Verwaltungsrat der Helaba hätten sich am Montagabend weder für noch gegen ein konkretes Angebot entschieden. Zur Abgabefrist am Mittwoch werde man aber wie bisher Gesprächsbereitschaft signalisieren. "Das Spiel geht weiter". Die Tür für eine öffentlich-rechtliche Lösung der NordLB mit der Helaba sei weiter offen. An anderer Stelle hieß es dazu, beide Seiten seien wohl nach wie vor daran interessiert.

Kommt eine Verlängerung?

Bieter müssen bis Mittwoch eine verbindliche Offerte für eine Beteiligung an der NordLB einreichen. Von den beteiligten Unternehmen und Akteuren war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Auch private US-Finanzinvestoren wie Cerberus und Apollo gelten als interessiert. Im laufenden Bieterprozess prüfen sie derzeit die Bücher der nach Kapital suchenden NordLB. Unklar blieb zunächst, ob die Helaba sich mit den Hannoveranern auch außerhalb des Bieterverfahrens einigen könnte.

Ein Beteiligter sagte, womöglich könne der Prozess verlängert werden und die Helaba noch zu einem späteren Zeitpunkt ein Angebot abgeben. Anders als bei der HSH Nordbank gebe es bei der NordLB keinen Termindruck der EU-Kommission. Der Mehrheitseigner Niedersachsen erklärte nur: "Wir sind weiter optimistisch, dass die NordLB und ihre Träger mit Bietern in eine abschließende Phase des Bieterverfahrens einsteigen können."

Ein Einstieg der Helaba bei der NordLB bis hin zu einer Fusion könnte den Weg dafür ebnen, dass sich mehrere öffentlich-rechtliche Banken mittelfristig zu einer "Super-Landesbank" zusammenschließen. Voraussetzung dafür: Die Helaba müsste im ersten Schritt den Zuschlag für die NordLB bekommen und sich gegen die privaten Investoren durchsetzen.

Die Helaba hatte zuletzt allerdings gepokert und Insidern zufolge in einem Brief deutlich gemacht, welche Bedingungen sie bei einem Einstieg stellen würde. Demnach sollten die niedersächsischen Sparkassen als NordLB-Miteigentümer zum einen bei der erwarteten Kapitalerhöhung für die NordLB mitmachen. Zum anderen sollten sie sich einem Verbundkonzept anschließen, das bereits die Helaba und 49 Sparkassen aus Hessen und Thüringen eng zusammenschweißt. Dazu gehört auch ein gemeinsamer Haftungstopf, in den die Niedersachsen einzahlen müssten. Einem Insider zufolge hätten die niedersächsischen Sparkassen damit insgesamt einen höheren dreistelligen Millionenbetrag aufbringen müssen. Finanzkreisen zufolge haben die Sparkassen im Norden aber wenig Interesse, soviel Geld in die Hand zu nehmen.

Niedersachsen hält knapp 60 Prozent an der NordLB, der niedersächsische Sparkassenverband rund 26 Prozent und Sachsen-Anhalt knapp sechs Prozent.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

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