Wirtschaft

Prozess gegen Sal. Oppenheim Dämpfer für Middelhoffs Millionenforderung

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Middelhoff selbst erschien nicht zum Prozessauftakt. Er sitzt derzeit in U-Haft.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach seiner Verurteilung wegen Untreue droht Ex-Manager Thomas Middelhoff eine weitere Schlappe vor Gericht. Gemeinsam mit seiner Frau fordert er Millionen von der Bank Sal. Oppenheim. Doch seine Argumentation überzeugt den Richter offenbar nicht.

Für den inhaftierten Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff deutet sich eine weitere Niederlage vor Gericht an: Im Zivilverfahren um eine Millionenforderung Middelhoffs und seiner Ehefrau an die Privatbank Sal. Oppenheim ließ das Landgericht Köln durchblicken, dass es die Klage womöglich abweisen wird. Das Urteil in dem Rechtsstreit wird am 3. Februar 2015 erwartet.

"Alles in allem sieht es nach derzeitigem Sachstand recht ungünstig aus für die Klage", sagte der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl. Middelhoff selbst war bei der mündlichen Verhandlung nicht anwesend. Der 61-Jährige war am vergangenen Freitag in seinem Strafprozess vor dem Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt und noch im Gerichtssaal festgenommen worden. Seither sitzt der frühere Spitzenmanager in Untersuchungshaft.

Der ehemalige Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor hatte dem Gericht zufolge in acht Fonds investiert, die vom Bankhaus Sal.Oppenheim und dem Berater Josef Esch angeboten worden seien. Er sieht sich bei diesen Oppenheim-Esch-Fonds, die unter anderem auch Karstadt-Immobilien umfassten, als falsch beraten an und will sein Geld zurück: "Die Bank wusste, dass die Fonds als konservative Anlagen untauglich waren", sagte Middelhoff-Anwalt Winfried Holtermüller.

Middelhoff kein "Normalanleger"

Das Gericht gehe aber etwa davon aus, dass sich Middelhoff darüber im Klaren gewesen sei, dass er die Immobilien-Beteiligungen nicht wie Aktien einfach täglich verkaufen konnte, sagte der Richter: "Das Wissen ist ein anderes als bei einem Normalanleger." Es sei auch davon auszugehen, dass Middelhoff sich mit seiner Frau ausgetauscht habe, die zusammen mit ihrem Mann gegen das Bankhaus geklagt hat.

Zudem sei es fraglich, ob es einen Beratungsvertrag zwischen dem Bankhaus und Middelhoff gegeben habe - habe sich dieser doch von Esch beraten lassen. Auch stelle sich angesichts der Investments aus den Jahren 2004, 2005 oder 2006 die Frage einer Verjährung. Middelhoff dringe auf die Auszahlung von Festgeldern und die Rückzahlung von Zins- und Tilgungsraten auf Kredite, hatte ein Gerichtssprecher gesagt. Es gehe um Forderungen in einem Volumen von insgesamt rund 100 Millionen Euro. Das Bankhaus hatte mit Widerklagen geantwortet und dringt dem Richter zufolge auf die Zahlung seiner Darlehen durch Middelhoff.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP/rts