Wirtschaft

Weltwirtschaftsforum beginnt Davos funkt SOS

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Bundeskanzler Olaf Scholz wird nach Davos reisen.

(Foto: AP)

Die Folgen des Ukraine-Krieges und der Corona-Pandemie stellen die Agenda des Davoser Weltwirtschaftsforums auf den Kopf. Noch nie kamen so viele Krisen zusammen. Für die einst philosophischen Diskussionen über eine bessere Welt ist kein Platz.

Davos hat seinen Glanz verloren. Fünf Jahrzehnte bahnten sich Entscheider aus Politik und Wirtschaft ihren Weg durch die verschneiten Gassen des Graubündner Bergortes - immer im Januar. Die Weihnachtstage und der Jahreswechsel waren gerade vorüber. Egal, wie groß die Herausforderungen - etwa durch die Folgen der Finanzkrise oder Trumps Haudrauf-Politik - auch wirkten: Optimismus, dass das neue Jahr ein gutes würde, machte sich breit.

Diesmal nicht. Und das liegt nicht nur am fehlenden Schnee, der den Luftkurort in eine gemütliche und nachweihnachtliche Stimmung getaucht hat. Um nicht als Superspreader-Event Schlagzeilen zu machen, wurde das Forum auf das Frühjahr verschoben. Unter den rund 2000 Gästen aus aller Welt macht sich in diesen Frühlingstagen eine spürbare, ganz besondere Unsicherheit breit, wie es wohl weitergeht mit der Weltwirtschaft.

Auf den ersten Blick wirkt in Davos vieles wie immer. Entlang der Promenade, der Davoser Shopping-Meile, wurden auch diesmal Boutiquen und Möbelläden zu hippen Repräsentanzen aufmerksamkeitsheischender Unternehmen oder gleich ganzer Länder umgebaut. Viele Hotels und Restaurants sind - wie immer in der Tagungswoche - gnadenlos überteuert. Das riesige Aufgebot von Polizisten und Militär ist nicht zu übersehen.

Doch es gibt Lücken in der Gästeliste. US-Präsident Joe Biden kommt nicht. Auch Chinas Premier Xi Jinping bleibt lieber zuhause. Und der russische Präsident Wladimir Putin wurde, wie alle anderen russischen Mitdiskutanten, erst gar nicht eingeladen. Immerhin kommt Bundeskanzler Olaf Scholz, der am Donnerstag eine Rede hält. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fliegt auch ein, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ebenfalls. Für Montagvormittag ist eine Ansprache des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj per Videoschaltung geplant. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko wird persönlich anreisen.

Der Krieg in der Ukraine und die noch nicht überstandene Corona-Pandemie mit immer neuen Lockdowns, aktuell in China, bringen die Wirtschaft ins Straucheln und schüren die Inflation. Und dann gibt es auch noch die Klimakrise und drohende Hungersnöte in den armen Ländern der Erde. "Geschichte am Wendepunkt" - so wurde das diesjährige Treffen überschrieben. Das passt. Nie gab es so viele Risiken, die die Welt aus den Angeln zu heben drohen.

Quelle: ntv.de

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