Wirtschaft

Fast die Hälfte mit Doktortitel Dax-Vorstände sind oft Naturwissenschaftler

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Die Personalberatung Heidrick & Struggles hat die Profile von 127 DAX-Vorständen ausgewertet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Große Unternehmen werden hierzulande häufiger von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern geleitet als in anderen Industrienationen. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung der Lebensläufe von 127 Dax-Vorständen. Die Struktur der deutschen Wirtschaft liefert eine Erklärung.

In den Vorständen von Dax-Unternehmen sind Techniker und Naturwissenschaftler besonders stark vertreten: 41 Prozent der Vorstandsmitglieder hatten ein technisch-naturwissenschaftliches Studium absolviert, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Auswertung der Ausbildungsprofile von 127 Dax-Vorständen durch die Personalberatung Heidrick & Struggles. Nur die Wirtschaftswissenschaftler waren mit 44 Prozent noch stärker in den Vorständen vertreten.

"In keiner anderen führenden Industrienation sitzen so viele Ingenieure und Naturwissenschaftler in den Vorständen der großen Konzerne", sagte Christine Stimpel von Heidrick & Struggles der "WamS". "Dies hängt mit der Struktur der deutschen Wirtschaft zusammen, in der Maschinenbau, Automobilbau, Chemie und andere klassische Industrien nach wie vor den Ton angeben."

Der Auswertung zufolge trägt zudem fast die Hälfte der berücksichtigten Dax-Vorstände einen Doktortitel. Beim Energiekonzern Eon sind sämtliche fünf Vorstände promoviert. Beim Rückversicherer Munich Re sind es sieben von acht, bei der Deutschen Börse vier von sechs.

Die Untersuchung ergab demnach außerdem, dass 65 Prozent der Vorstände unter 50 Jahren im Studium Auslandserfahrungen gesammelt haben. Im Vergleich zu den älteren Kollegen jenseits der 50 ist das ein Anstieg von etwa 40 Prozent. In der gesamten Auswertung unberücksichtigt gelassen wurden laut "WamS" die 65 restlichen Dax-Vorstände, die im Ausland geboren oder dort sozialisiert worden sind und ihr Studium nicht vollständig an deutschen Hochschulen absolviert haben.

Quelle: ntv.de, fhe/AFP