Wirtschaft

Versicherung für Lokführer oder Streiks Deutsche Bahn spielt auf Zeit

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Noch hat es die Bahn selbst in der Hand, die richtigen Weichen im Tarifkonflikt mit der GDL zu stellen.

(Foto: REUTERS)

Die GDL verlangt eine Versicherung für Lokführer für den Fall, dass diese ihre Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können. Die Bahn ziert sich bisher. Bis Mittwoch fordert die Gewerkschaft nun ein "akzeptables Angebot".

Die Deutsche Bahn will der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bis spätestens Mittwoch eine Antwort auf deren neue Forderung geben. Bei einem Treffen habe die GDL-Spitze die Forderung erläutert, erklärte DB-Personalvorstand Ulrich Weber. "Diese Fakten werden wir nun in Ruhe bewerten und entscheiden, in welcher Form wir reagieren."

Die GDL fordert von der Bahn bis Mittwoch ein für sie für sie akzeptables Angebot. Andernfalls droht die Gewerkschaft mit Streiks.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft hatte die seit nunmehr zwei Jahren laufenden Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung Ende November für gescheitert erklärt. Alle bis damals erhobenen Forderungen zog sie zurück und verlangt jetzt stattdessen die Einführung einer Lizenzverlust-Versicherung für die bei der Bahn angestellten 20.000 Lokführer. Diese soll Einkommenseinbußen für Lokführer ausgleichen, die aus Gesundheitsgründen ihrem erlernten Beruf nicht mehr nachgehen können.

Verhärtete Fronten

Bahn-Vorstand Weber machte erneut sein Unverständnis für die Forderung deutlich, welche die GDL "überraschend" im Dezember aufgestellt habe. Im vergangenen Jahr hätten von rund 20.000 Lokführern lediglich 150 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem bisherigen Job arbeiten können. "Wir lassen keinen Kollegen im Stich und kümmern uns intensiv um jeden einzelnen", sagte Weber. Die Bahn biete jedem, der will, einen anderen Arbeitsplatz im Konzern an.

Der Personalvorstand wies den Vorwurf zurück, der Konzern versetze Mitarbeiter nach Belieben. Es sei "eine Mär", dass es sich hier um eine große Anzahl handele. Der ortsnahe Einsatz habe für den Konzern Priorität.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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