Dritter Zuhörer und HelferDeutsche Telekom plant KI-Assistent direkt in Telefonaten

Mit einem eigenen Assistenen will die Deutsche Telekom den KI-Vorreitern aus den USA Konkurrenz machen. Der "Magenta AI Call Assistant" soll kommende Woche präsentiert werden und direkt in Telefonaten mitwirken können.
Die Deutsche Telekom will Künstliche Intelligenz bald direkt in ihr Mobilfunknetz integrieren und damit den Zugang zu Angeboten wie KI-Chatbots oder Echtzeitübersetzungen für viele Nutzer sehr einfach ermöglichen. Das kündigte Vorstandsmitglied Abdu Mudesir, der für die Technologiestrategie des Konzerns zuständig ist, in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an.
Der KI-Assistent der Telekom, der offiziell auf der Mobilfunkmesse MWC kommende Woche in Barcelona vorgestellt wird, klinkt sich, sobald er mit dem Stichwort "Hey Magenta" aufgerufen wird, in Telefongespräche ein und beantwortet live Fragen. Der Zugang soll auch mit einfachen Geräten, wie Tastaturhandys, möglich sein; ein teures Smartphone wird nicht benötigt. "Unser KI-Assistent agiert als vertrauensvoller Partner für alle Kunden", sagte Mudesir. Er soll noch weitere Fähigkeiten besitzen, wie Liveübersetzungen, Protokollieren und Kalenderführen.
Um den Assistenten im Gespräch aufrufen zu können, heißt es weiter, muss das Telefonat aus dem Netz der Telekom begonnen werden, der Angerufene kann aber theoretisch auch im Netz der Wettbewerber wie Vodafone oder Telefónica unterwegs sein.
Und der Datenschutz?
Mit der Ankündigung greift die Telekom auch amerikanische Technologiekonzerne an, die ihre KI-Agenten bislang unter anderem auf App-Basis betreiben. Der deutsche Netzbetreiber versucht nun, den Technologieunternehmen auf ihrem eigenen Feld Konkurrenz zu machen. "Wir sind nicht mehr nur ein Telekommunikationsunternehmen, sondern eine Techfirma", sagte Mudesir. "Wir haben das klare Ziel, auch im Feld rund um KI eine führende Rolle zu spielen als deutsches Unternehmen."
Wann genau die Funktion für Kunden gelauncht werden soll, wird im FAZ-Artikel nicht benannt. Auch will das Unternehmen noch nicht preisgeben, wer die Partner beim "Magenta AI Call Assistant" sind. Alleine hat es die Künstliche Intelligenz für ihr Netz nicht entwickelt. "Wir arbeiten mit den besten der Industrie", erklärte Mudesir. Europäische wie amerikansiche Unternehmen sollen sich darunter befinden, heißt es in der FAZ. Auf Datenschutzfragen geht der Artikel nicht tiefgreifend ein. Ohne den aktiven Aufruf im Gespräch, so Mudesir, würden keinerlei gesprochene Worte gespeichert oder ausgewertet.