Wirtschaft

Einkaufsmanagerindex auf höchstem Stand seit 32 Monaten Deutsche Wirtschaft startet fulminant

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Die jüngsten Einkaufsmanagerdaten zaubern der deutschen Wirtschaft ein Lächeln ins Gesicht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das neue Jahr lässt sich gut an: Die Zeichen stehen auf dynamisches Wachstum der deutschen Wirtschaft. Aber auch die Entwicklung der Euroraum-Ökonomie kann sich 2014 bisher sehen lassen. Griechenland überrascht dabei positiv.

Die deutsche Wirtschaft gewinnt immer mehr an Schwung. In der Industrie beschleunigte sich zu Jahresbeginn das Wachstum von Produktion und Auftragseingang, getragen von neuen Produkten und einer spürbaren Belebung des Neugeschäfts, wie aus dem jüngsten Einkaufsmanagerindex des Datendienstleisters Markit Economicx hervorgeht. Besonders die Auslandsnachfrage habe angezogen. Das schlage sich auch bei der Beschäftigung nieder, die im zweiten Monat in Folge gewachsen sei.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes kletterte den Angaben zufolge im Januar revidiert auf 56,5 nach vorläufig 56,3 Zähler und 54,3 im Dezember. Er erreichte damit den höchsten Stand seit 32 Monaten. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung des vorläufigen Wertes gerechnet.

 

Markit-Ökonom Oliver Kolodseike sprach von einem fulminanten Jahresstart. Sowohl die Produktionsmengen als auch die neuen Order seien so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Der Beschäftigungsaufbau sei ein ermutigendes Zeichen, dass die Industriemanager weiterhin mit lebhaftem Auftragseingängen rechneten. Die deutsche Industrie sei auf dem besten Wege, im ersten Quartal eine starke Leistung zu erzielen, nachdem die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent enttäuschen gewesen sei.

Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung von rund 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern aus der Industrie.

Euroraum-Ökonomie zieht an

Erfreuliches gibt es auch zur Wirtschaft des Euroraumes zu vermelden. Sie ist stärker als zunächst gedacht in das Jahr gestartet und hat zunehmend auch die bisherigen Nachzügler wie Griechenland und Spanien erfasst. In der Industrie war das Wachstum so stark wie seit Mai 2011 nicht mehr. Das Bild sei geprägt von soliden Zuwächsen bei Produktion, Exportaufträgen und den Gesamtbestellungen, wie Markit ermittelte.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes kletterte auf revidiert 54,0 und lag damit um 0,1 Punkt über dem vorläufigen Wert und 52,7 im Dezember. Er hält sich damit seit Juli 2013 durchgängig oberhalb der Expansionsschwelle von 50.

Das Wachstum wurde zwar von Deutschland angeführt, doch neuen Schwung hat auch zahlreiche andere Länder erfasst. Der griechische Einkaufsmanagerindex erreichte mit 51,2 ein 65-Monatshoch, auch in Spanien wurde mit 52,2 der höchste Stand seit 45 Monaten verzeichnet. Ebenfalls noch oberhalb der 50er-Grenze liegen die Niederlande, Österreich, Italien und Irland.

Aufgeholt hat Frankreich, ist allerdings noch nicht wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt, wie der Indexstand unterhalb von 50 dokumentiert. Er verbesserte sich aber unerwartet und deutlich von der ersten Schätzung um 0,5 Punkt auf 49,3 und damit sogar 2,3 Punkte zum Dezember-Stand. Hier wie auch in Griechenland ging es vor allem bei den Exportaufträgen nach oben, sodass erstmals seit Mai 2011 alle ausgewerteten Länder eine stärkere Auslandsnachfrage verspürten, so Markit.

Stabilisierung in Frankreich gefällt

Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson sprach von einer deutlich zunehmenden Erholungsdynamik in der Eurozone. Derzeit signalisieren die Umfragedaten ein Produktionswachstum von über 1 Prozent auf Quartalsbasis. Spitzenreiter Deutschland könne sogar auf 3 Prozent kommen. Positiv sieht er die Anzeichen einer allmählichen Stabilisierung in Frankreich, doch in der derzeitigen Verfassung stelle das Land für den Euroraum weiter eine Belastung dar. Als Stärkung wertet er indes die Industriebelebung in Ländern wie Italien und Spanien, die sich weiter fortgesetzt habe.

Die europäischen Einkaufsmanagerindizes unterstreichen nach Einschätzung von Newedge die sich bessernden Aussichten für die Eurozone. Analystin Annalisa Piazza sieht sich nach den Daten in ihrer Erwartung eines Wirtschaftswachstums im ersten Quartal von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal bestätigt. Der nachlassende Preisdruck zusammen mit der gestiegenen Volatilität an den Geldmärkten habe sicherlich den Handlungsdruck auf die EZB erhöht. Die aktuellen Daten dürften an diesen Risiken nichts ändern.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts

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