Wirtschaft

Miete steigt, Bilanzgewinn sinkt Deutsche Wohnen spürt Gegenwind

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Die Deutsche Wohnen ist in Berlin zum Synonym für die Krise am Wohnungsmarkt geworden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Vermietungsgeschäft beim Konzern Deutsche Wohnen läuft weiterhin prächtig. Die Einnahmen sprudeln mehr denn je. Doch die einst rasanten Wertsteigerungen auf dem Immobilienmarkt werden deutlich langsamer.

Dank weiter steigender Mieten hat Deutschlands zweitgrößter Wohnungskonzern seinen operativen Gewinn im ersten Halbjahr erneut kräftig gesteigert. Der Bilanzgewinn der Deutsche Wohnen, in den nicht nur das laufende Geschäft, sondern vor allem auch Veränderungen in der Bewertung der Konzernimmobilien einfließen, ging jedoch merklich zurück. Darin spiegelt sich unter anderem eine Abkühlung vor allem des Berliner Immobilienmarktes wider, wo sich mehr als die Hälfte der 168.000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten des Unternehmens befinden.

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Die Immobilienpreise stiegen zuletzt nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Der Konzern warnt zudem in seinem Halbjahresbericht vor "regulatorischer Unsicherheit", womit insbesondere der vom Berliner Senat geplante Mietendeckel gemeint ist, das heißt ein Einfrieren der Mieten für fünf Jahre auf dem derzeitigen Stand. Die Deutsche Wohnen hat inzwischen eine Selbstverpflichtung zu Mietbegrenzungen in bestimmten Fällen verkündet.

Laut Deutsche Wohnen betrug die Aufwertung des Immobilienportfolios im ersten Halbjahr rund 450 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum belief sich diese Wertsteigerung noch auf 678 Millionen Euro. Das Konzernergebnis ging um gut zehn Prozent auf 792 Millionen Euro vor Steuern zurück.

Die von der politischen Diskussion vor allem in Berlin ausgelöste Sorge der Investoren schlägt sich auch im Aktienkurs der Deutsche Wohnen nieder. Derzeit ist der Konzern an der Börse noch rund zwölf Milliarden Euro wert, etwa ein Fünftel weniger als noch vor einigen Monaten.

Die Mieteinnahmen konnte die Deutsche Wohnen dagegen abermals deutlich auf mehr als 400 Millionen Euro erhöhen. Die durchschnittliche Miete stieg gegenüber dem Vorjahr von um 3,7 Prozent auf 6,75 Euro pro Quadratmeter. Das an der in der Immobilienbranche üblichen Kennziffer FFO (Fund from operations) gemessene operativen Ergebnis legte um 13,5 Prozent auf 283,4 Millionen Euro zu. Der Konzern bekräftige sein Ziel, den operativen Gewinn in diesem Geschäftsjahr abermals um mehr als ein Zehntel zu steigern.

Quelle: n-tv.de, mbo

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