Wirtschaft

Evergrande-Krise in China Dritte Immobilienfirma meldet Probleme

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Evergrande ist Chinas zweitgrößter Immobilienkonzern.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die Lage in Chinas Immobiliensektor spitzt sich weiter zu: Entwickler Fantasia schränkt den Handel mit seinen Anleihen ein und auch ein kleineres Unternehmen kann Zahlungen nicht pünktlich leisten. Laut einem Experten sind die kommenden sechs Monate für die Branche entscheidend.

Die Krise des wankenden chinesischen Immobilienkonzerns China Evergrande zieht im Reich der Mitte immer weitere Kreise. Der ebenfalls klamme chinesische Immobilien-Entwickler Fantasia schränkte den Handel in Shanghai mit seinen Anleihen nach einer Bonitätsherabstufung ein. Zudem teilte der kleinere Immobilien-Entwickler Modern Land mit, er wolle bei Investoren um die Verschiebung eines Rückzahlungsdatums für ausstehende Anleiheschulden nachsuchen.

Die Schritte der beiden Unternehmen verdeutlichen, welche Welle die Evergrande-Krise inzwischen in der chinesischen Immobilienbranche schlägt. Evergrande hat Schulden von mehr als 300 Milliarden US-Dollar, davon werden in Kürze fast 150 Millionen an Auslands-Verschuldungen fällig. Geldgeber bereiten sich bereits auf unmittelbar bevorstehende Zahlungsausfälle vor.

Für viele nicht staatliche chinesische Immobilien-Entwickler gehe es nun darum, die nächsten drei Monate zu überleben, meint Immobilienanalyst Cai Hongfei vom Brokerhaus Central Wealth Securities. "Sie auf ihren Rückzahlungsplan in sechs bis zwölf Monaten anzusprechen ist eine Frage, die sie schlichtweg nicht beantworten können." Die Anleihen von Fantasia sollen nun nur noch nach Verhandlungen den Besitzer wechseln. Zuvor hatte die Ratingagentur China Chengxin International Credit Rating (CCXI) die Titel herabgestuft. Bislang wurden diese an der Börse in Shanghai gehandelt.

Zwei Fantasia-Bonds waren am Freitag vom Handel ausgesetzt worden, nachdem die Muttergesellschaft Fantasia Holdings am 4. Oktober die Frist für eine Anleiherückzahlung über 206 Millionen US-Dollar verstreichen ließ. Die meisten Anleihe-Titel von Fantasia haben bereits rund 80 Prozent an Wert eingebüßt. Die kleinere Immobilienfirma Modern Land teilte unterdessen mit, sie wolle ihre Investoren darum ersuchen, das Fälligkeitsdatum für eine am 25. Oktober auslaufende US-Dollar-Anleihe um drei Monate nach hinten zu verschieben. Eine Zahlungsunfähigkeit solle so vermieden werden.

Quelle: ntv.de, ses/rts

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