Wirtschaft

Milliarden für neue Stromnetze Eaton schnappt sich Cooper

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Reichlich Investitionsbedarf, nicht nur in Europa: Durch die USA laufen tausende Meilen überalteter Versorgungsleitungen.

(Foto: REUTERS)

Im Markt der Energie-Ausrüster entsteht ein neuer starker Spieler: Der US-amerikanische Konzern Eaton schluckt die irische Cooper Industries. Den Wert der Übernahme beziffern die beiden mehr als 100 Jahre alten Firmen auf fast 12 Mrd. US-Dollar.

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Arbeitsalltag bei Eaton: Zwei Niederspannungstechniker werfen prüfende Blicke auf eine versandfertige Anlage.

(Foto: REUTERS)

Der US-Industriekonzern Eaton will mit einer Milliardenübernahme sein Standbein im Geschäft mit dem Ausbau der Energieinfrastruktur stärken. Zu Wochenbeginn überraschte das Unternehmen Analysten mit der Ankündigung, den irischen Rivalen Cooper Industries für insgesamt 11,8 Mrd. Dollar (rund 9,1 Mrd Euro) übernehmen zu wollen.

Eaton zahlt demnach je Cooper-Anteilschein 72 Dollar in bar und in Aktien. Damit bietet Eaton Anlegern einen Aufschlag von 29 Prozent auf den Cooper-Schlusskurs vom vergangenen Freitag.

Die Unternehmen stellen unter anderem Anlagen und Zubehör für Stromnetze her und bieten Dienstleistungen rund um die Energieversorgung an. Die Cooper-Führung habe der Offerte bereits zugestimmt, teilte Eaton mit.

Beobachter halten es für möglich, dass die Übernahme eine Konsolidierungswelle in der Elektrobranche auslöst. Damit rückten auch Aktien wie oder Schneider ins Blickfeld der Investoren, hieß es.

Die Übernahme reiht sich zudem in einen größerer Zusammenhang ein: Erst im Januar hatte bereits der schwedisch-schweizerische Elektrotechnikkonzern den US-Elektrokomponentenhersteller Thomas & Betts für knapp vier Mrd. Dollar gekauft.

Ein weiteres Detail des Deals dürfte noch für reichlich Gesprächsstoff in den USA und Europa sorgen: Der künftige Unternehmenssitz des entstehenden Industrieriesen soll sich in Irland befinden, wo Cooper bereits ansässig ist. Analysten verwiesen auf einen naheliegenden Hintergrund: Finanziell ist Irland im internationalen Vergleich sehr attraktiv. Der irische Staat verlangt eine sehr niedrige Unternehmenssteuer. Gelistet bleibt die Aktie aber an der New Yorker Börse.

Neue Stromnetze für alle Welt

Bis zum Jahresende soll der Zusammenschluss abgeschlossen werden. Im vergangenen Jahr machten die Unternehmen zusammen einen Umsatz von 21,5 Mrd. Dollar.

Eaton setzt darauf, mit Hilfe des Zukaufs von Investitionen in die Modernisierung der veralteten Stromnetze in Industrie- und Entwicklungsländern zu profitieren. Zudem expandiert der Konzern in das Geschäft mit Leuchtkörpern, dass aus einem Aufschwung im Bausektor besonderen Profit schlagen dürfte.

An der Börse führte die Bekanntgabe der Übernahme bei Cooper für ein Kursfeuerwerk. Die Aktie legte zeitweise um bis zu 26 Prozent auf rund 70 Dollar zu. Das Eaton-Papier stieg leicht um 1,5 Prozent.

Quelle: ntv.de, dpa/rts