Wirtschaft

"Unglaubwürdig und unattraktiv"Ebay erteilt Übernahmeangebot von Gamestop eine Absage

12.05.2026, 14:01 Uhr
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Eine Gamestop-Filiale in den USA. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Eher selten schlucken kleinere Unternehmen größere Konkurrenten. Umso überraschender ist ein solches Angebot von Gamestop gegenüber Ebay. Der Verwaltungsrat des Onlinehändlers macht nun sehr deutlich, was er davon hält.

Die Online-Plattform Ebay hat das Übernahmeangebot der US-Videospielkette Gamestop abgelehnt. Es sei "weder glaubwürdig noch attraktiv", teilte Ebay mit. Der Verwaltungsrat von Ebay sei überzeugt, "dass das Unternehmen unter dem aktuellen Management gut aufgestellt ist, um weiterhin nachhaltiges Wachstum voranzutreiben, seine Strategie konsequent umzusetzen und langfristigen Wert für unsere Aktionäre zu schaffen".

Gamestop hatte Anfang Mai überraschend sein Angebot vorgelegt. Das viel kleinere Unternehmen bot 55,5 Milliarden Dollar (rund 47 Milliarden Euro) für Ebay. Gamestop-Chef Ryan Cohen sagte dem "Wall Street Journal", er wolle einen "wahren Konkurrenten" zum Handelsriesen Amazon schaffen.

Cohen kündigte im Falle eines Kaufs bereits drastische Stellenkürzungen bei ebay an. "Ich könnte dieses Geschäft von meinem Haus aus betreiben", sagte Cohen in einem Interview des Podcasts "TBPN". "Sie haben 11.500 Beschäftigte - und das ergibt keinen Sinn." Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen habe, desto langsamer werde es. Kostensenkungen seien der einzige Weg, das Geschäft von Ebay effizienter zu machen, behauptete er. Ebay hatte nach jüngsten Angaben zum Ende vergangenen Jahres 12.300 Mitarbeiter, davon 7200 in den USA.

Ebay macht fünfmal mehr Gewinn als Gamestop

Ebay wurde 1995 im Silicon Valley gegründet und entwickelte sich in den 2000er Jahren zu einer festen Größe im Online-Handel. Unter dem Aufstieg von Amazon zum Marktführer im weltweiten Online-Handel hat die Plattform aber deutlich gelitten. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 11,10 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 2,03 Milliarden. Gamestop seinerseits erzielte im Geschäftsjahr 2025, das Ende März endete, einen Umsatz von 3,69 Milliarden und einen Nettogewinn von 418 Millionen Dollar.

Cohen hatte vor seiner Zeit bei Gamestop als Mitgründer den auf Haustierartikel spezialisierten Online-Händler Chewy geführt. Er hatte 2020 eine hohe Beteiligung bei dem Spielehändler aufgebaut, dessen Management er als zu langsam beim Online-Geschäft kritisierte, und übernahm 2023 den Chefposten. Er ließ viele Läden schließen und setzte stattdessen auf das Geschäft, etwa mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen, die Nostalgie bei Gamern wecken.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

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