Wirtschaft

Nach geplanter ÜbernahmeGamestop-Chef will bei Ebay massiv Stellen streichen

06.05.2026, 04:22 Uhr
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Ebay könne er auch von seinem Haus aus betreiben, sagt Gamestop-Chef Cohen. (Foto: dpa)

Der Videospiele-Händler Gamestop will das weitaus größere Ebay schlucken. Wie die Übernahme finanziert werden soll, ist unklar. Für die Zeit danach hat der Chef aber schon große Pläne.

Der Chef des Videospiele-Händlers Gamestop, Ryan Cohen, plant im Falle eines Erfolgs seines Kaufangebots für Ebay drastische Stellenkürzungen bei der Online-Handelsplattform. "Ich könnte dieses Geschäft von meinem Haus aus betreiben", sagte Cohen in einem Interview des Podcasts "TBPN". "Sie haben 11.500 Beschäftigte - und das ergibt keinen Sinn." Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen habe, desto langsamer werde es. Kostensenkungen seien der einzige Weg, das Geschäft von Ebay effizienter zu machen. Ebay hatte nach jüngsten Angaben zum Ende vergangenen Jahres 12.300 Mitarbeiter, davon 7200 in den USA.

Gamestop hatte am Wochenende ein rund 56 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für Ebay vorgelegt. Es soll laut Cohen zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien beglichen werden. Details der Finanzierung blieben jedoch zunächst unklar. Unter anderem müsste Gamestop sehr viele neue Aktien ausgeben, um zum aktuellen Kurs auf einen Wert von 28 Milliarden Dollar zu kommen. Cohen sprach nun bei "TBPN" von einer Bündelung der Aktien beider Unternehmen.

"Ich will Ebay besitzen"

Zugleich bekräftigte er seine Ambitionen: "Mein Ziel ist: Ich will Ebay besitzen. Ich will Ebay führen. Ich will, dass es mein Baby ist." Am Wochenende sagte er, er wolle mit der Kombination aus Gamestop und Ebay einen stärkeren Konkurrenten zum weltgrößten Online-Händler Amazon aufbauen. Gamestop ist deutlich kleiner als Ebay.

Cohen hatte vor seiner Zeit bei Gamestop als Mitgründer den auf Haustierartikel spezialisierten Online-Händler Chewy geführt. Er hatte 2020 eine hohe Beteiligung bei dem Spielehändler aufgebaut, dessen Management er als zu langsam beim Online-Geschäft kritisierte. 2023 übernahm er den Chefposten. Er ließ viele Läden schließen und setzte stattdessen auf das Geschäft etwa mit Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen, die Nostalgie bei Gamern wecken.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

Übernahmen und FusioneneBayStellenabbau