Wirtschaft

Milliardär bekommt Posten Elon Musk kann jetzt Twitter aufmischen

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Elon Musk dürfte kein pflegeleichter Großaktionär sein.

(Foto: via REUTERS)

Die Sitzungen des Verwaltungsrats von Twitter dürften künftig lebhaft werden: Elon Musk wird Mitglied des Gremiums. Der Multimilliardär kündigte bereits an, für "bedeutende Veränderungen" zu sorgen.

Twitter will den neuen Großaktionär Elon Musk in den Verwaltungsrat holen. Wie das Unternehmen mitteilte, wird Musk eine zweijährige Amtszeit erhalten. "In den Gesprächen mit Elon in den letzten Wochen wurde uns klar, dass er einen großen Wert für unseren Vorstand darstellen würde", heißt es in einem Tweet von Twitter-Chef Parag Agrawal.

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Erst am Montag war bekanntgeworden, dass der Multimilliardär einen Anteil von 9,2 Prozent an dem Netzwerk hält und damit größter Einzelaktionär ist. Er bekommt nun größeren Einfluss auf die Strategie des Unternehmens. Mit dem neuen Posten geht aber auch eine Einschränkung einher: Als Twitter-Direktor ist es Musk nicht möglich, als Individuum oder Teil einer Gruppe seinen Anteil auf mehr als 14,9 Prozent hochzuschrauben.

Erst im November hatte sich Twitter-Gründer Jack Dorsey von der Konzernspitze zurückgezogen und an Agrawal übergeben. Dieser lobte Musk in einem Tweet: "Er ist ein leidenschaftlicher Anhänger und intensiver Kritiker unseres Dienstes, was genau das ist, was wir bei Twitter und im Verwaltungsrat benötigen, um langfristig stärker zu werden."

Hang zur Provokation

Der Hintergrund: Musk hatte in der Vergangenheit Twitter vorgeworfen, die freie Meinungsäußerung einzuschränken. Erst vor rund einer Woche hatte er bei Twitter-Nutzern Meinungen darüber eingeholt, ob der Dienst sich rigoros an den Grundsatz der Redefreiheit halte. "Die Konsequenzen dieser Umfrage werden bedeutend sein", schrieb er dazu. In der nicht repräsentativen Befragung befanden 70 Prozent, dass Twitter die Redefreiheit nicht konsequent genug umsetze. Seine Antwort auf die Begrüßung durch Agrawal kann man deshalb durchaus als Herausforderung verstehen: "Freue mich sehr, mit Parag und dem Twitter-Verwaltungsrat zusammenzuarbeiten, um bedeutende Verbesserungen in den nächsten Monaten umzusetzen."

Nachdem Dorsey den Chefposten an Parag Agrawal übergeben hatte, twitterte Musk ein bearbeitetes historisches Foto, in dem Agrawals Gesicht auf die Figur des Sowjet-Diktators Josef Stalin platziert wurde. Dorsey wiederum wurde als Stalins Geheimdienstchef Nikolai Jeschow dargestellt, der am Ende selbst den "Säuberungen" des Kremlchefs zum Opfer fiel.

Musk hat auf Twitter mehr als 80 Millionen Follower. Der 50-Jährige nutzt das Netzwerk nicht nur für Ankündigungen zu Tesla und seiner Weltraumfirma SpaceX, sondern auch für Provokationen und um gegen andere auszuteilen.

Der Twitter-Anteil dürfte Musk rund drei Milliarden Dollar gekostet haben - und mit dem folgenden Kursanstieg von gut 30 Prozent war es gleich eine lohnende Geldanlage. Laut dem Finanz-Portal Bloomberg ist Musk mit einem Vermögen von geschätzt 288 Milliarden Dollar der reichste Mensch des Planeten.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa

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