Wirtschaft

Konzern verdient wieder Geld ThyssenKrupp kämpft sich aus der Krise

Erstmals seit zwei Jahren schreibt Deutschlands größter Stahlkonzern wieder schwarze Zahlen. Unter dem Strich bleibt nach dem zweiten Quartal sogar deutlich mehr als erwartet. Für das Gesamtjahr zeigt sich das Unternehmen nun optimistischer.

Deutschlands größter Stahlkonzern ThyssenKrupp arbeitet sich aus der Krise. Nach zuletzt sieben Quartalen mit Verlusten schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Angesichts der Kehrtwende hebt das Unternehmen unter Einbeziehung der vom finnischen Outokumpu-Konzern zurückgenommenen Firmen VDM und AST seine Prognose leicht an.

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Unter dem Strich verdiente ThyssenKrupp 269 Millionen Euro. Analysten hatten mit etwas mehr als 88 Millionen Euro gerechnet. Vor Jahresfrist war noch ein Minus von 129 Millionen Euro angefallen. Allerdings profitierte ThyssenKrupp nun auch von einem Sondereffekt in den USA.

Europa-Geschäft weiter unter Druck

Konzernchef Heinrich Hiesinger verwies zur Begründung für die Ergebnissteigerung auf die Effizienzsteigerungen, das starke Wachstum bei den Industriegüter-Geschäften sowie den Wegfall von Ergebnisbelastungen. Weiter rote Zahlen schrieb das Stahlgeschäft des Konzerns in Übersee. Dort seinen jedoch Verbesserungen unter anderem durch eine höhere Auslastung sowie durch Kostensenkungen und positive Effekte aus Währungen und Marktpreisen erzielt worden, hieß es. In seinem europäischen Stahlgeschäft klagt der Konzern dagegen weiter über einen anhaltenden Preisdruck.

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Ende der Durststrecke: Nach sieben Quartalen im Minus schafft ThyssenKrupp wieder einen Gewinn.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) lag bei 309 Millionen Euro, nachdem hier im Vorjahresquartal nur 191 Millionen Euro gestanden hatten. Im laufenden Quartal wolle der Konzern den Wert nochmals leicht steigern.

In Übersee schrieb ThyssenKrupp im ersten Halbjahr zwar noch einen operativen Verlust von 43 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Fehlbetrag bei Steel Americas allerdings noch 166 Millionen Euro betragen. Auch die europäische Stahlsparte konnte trotz des Preisdrucks operativ dank der Kostensenkungen zulegen und ihr Ergebnis im Halbjahr auf 81 Millionen Euro in etwa verdoppeln.

Umsatz steigt - Nettoschulden sinken

Im Dreimonatszeitraum zwischen Januar und Ende März erlöste der Konzern mit knapp 10,3 Milliarden Euro acht Prozent mehr. Der Auftragseingang kletterte leicht um ein Prozent auf 10,2 Milliarden Euro. Zudem sank die Nettoverschuldung binnen Jahresfrist von 5,3 Milliarden auf nun 4 Milliarden Euro.

Ob es nun nach drei Jahren mit Milliardenverlusten auch im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen schreiben kann, ist jedoch weiter offen. Erwartet werde eine "deutliche Verbesserung in Richtung eines wieder ausgeglichenen Jahresergebnisses", hieß es lediglich. Das Gesamtjahr 2012/2013 hatte der Konzern mit einem Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Ein Jahr zuvor war es sogar ein Fehlbetrag von fünf Milliarden Euro gewesen. Die Anleger mussten seitdem auf eine Dividende verzichten.

Für das Gesamtjahr rechnet das Dax-Unternehmen nun mit einem bereinigten Ebit von knapp als 1,17 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt soviel wie vom Vorjahr. Bislang waren rund eine Milliarden Euro angepeilt worden.

ThyssenKrupp beschäftigte nach eigenen Angaben weltweit 161.000 Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/dpa