Wirtschaft

Einnahmen der Dax-CEOs Ex-"Nivea-Chef" verbucht Rekord-Vergütung

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Rekordhalter: So viel wie Stefan Heidenreich kassierte noch kein Dax-Chef.

(Foto: picture alliance / Daniel Reinha)

Fast 24 Millionen Euro streicht der Ex-Chef des Unternehmens Beiersdorf im vergangenen Jahr ein. Damit zahlt der für Nivea und Tesa bekannte Dax-Konzern die höchste Vergütung aller Zeiten. Auch insgesamt steigen die Einnahmen der Vorstandschefs - allerdings nicht bei den Autokonzernen.

Trotz stagnierender Gewinne haben die Vorstandschefs der größten deutschen Unternehmen mehr verdient. Im Durchschnitt zahlten die Unternehmen im Leitindex Dax ihren Top-Managern für das vergangene Jahr 7,5 Millionen Euro - 3,6 Prozent mehr als im Jahr davor, wie aus einer Auswertung der Vergütungsberatung hkp hervorgeht.

Verzerrt wird die Bilanz aber durch die 23,45 Millionen Euro, die Ex-Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich in seinem letzten Jahr im Amt bekam. Dies war die höchste Vergütung, die ein Vorstandschef im Dax jemals kassierte. Insgesamt erhielten zwölf der 23 Vorstandschefs, die das ganze Jahr 2018 über im Amt waren, weniger Geld als ein Jahr zuvor.

Auffallend seien die Gehaltsrückgänge in der Autobranche, sagte hkp-Mitgründer Michael Kramarsch. Die Chefs von Daimler und BMW, Dieter Zetsche und Harald Krüger, mussten Millionen-Einbußen hinnehmen. VW-Chef Herbert Diess ist erst seit April im Amt, kassierte aber mit 8,5 Millionen ebenfalls weniger als sein Vorgänger Matthias Müller. Diesem wurde der Abschied mit 17,8 Millionen Euro Abfindung versüßt.

Nur zwei packen 10-Millionen-Marke

"Die magische Grenze von zehn Millionen Euro überschreitet neben Beiersdorf nur die Allianz - und das auch nur knapp", sagte Kramarsch. Für 2017 hatten noch fünf Dax-Chefs mehr als zehn Millionen Euro bekommen.

Die meisten Zuwächse resultierten aus der Auszahlung langfristiger Vergütungen, die auf ein Jahr bezogenen Boni schrumpften wegen der Konjunktur-Abkühlung um 13 Prozent. "Wir werden auch in diesem Jahr noch hohe variable Vergütungen sehen", sagte Kramarsch voraus. Erst 2020 sei mit einem Rückgang zu rechnen. "Wenn ich auf langfristige Anreize setze, muss ich aushalten, dass es auch nach einem schlechten Geschäftsjahr zu einer hohen Auszahlung kommt."

Bei Heidenreich stammten allein 21 Millionen Euro aus den Mehrjahres-Boni, die er in den sieben Jahren seiner Amtszeit anhäufte. Auch Allianz-Chef Oliver Bäte, mit 10,33 Millionen auf Platz zwei, profitierte von den fällig werdenden langfristigen Boni, die sein Gehalt mehr als verdoppelten. Auf dem dritten Platz landete der Spitzenreiter von 2016 und 2017, SAP-Chef Bill McDermott, mit 9,97 Millionen.

Millionen auch in der zweiten Reihe

Nicht nur im Dax können sich Manager über zweistellige Millionensummen freuen. "Die Spitze der Unternehmen in der zweiten Reihe kann durchaus mit der Spitze im Dax mithalten", sagte Kramarsch. Das zeige der Modehändler Zalando aus dem Nebenwerteindex MDax. Zalando-Vorstand Rubin Ritter erhielt im vergangenen Jahr fast 20 Millionen Euro.

Scharfe Kritik übte Kramarsch an den geplanten Änderungen an den Gehaltstabellen in den Geschäftsberichten. "Deutschland droht der Rückschritt in die Transparenz-Steinzeit", kritisierte der Vergütungsexperte. Gerade die Langfrist-Boni und die Beiträge zu Betriebsrenten seien in den vergangenen fünf Jahren gestiegen und machten zusammen 60 Prozent der Gehälter aus. "Umso erschreckender ist es, dass die Transparenzvorschriften für genau diese Vergütungselemente wieder gestrichen werden sollen."

Quelle: n-tv.de, kst/rts

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