Wirtschaft

Sprecher bremst HoffnungenFernzüge der Deutschen Bahn 2025 so unpünktlich wie nie

04.01.2026, 12:52 Uhr
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Nur gut sechs von zehn Fernzügen erreichten 2025 ihren Zielbahnhof mit weniger als fünf Minuten Verspätung. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Die Deutsche Bahn ist seit Jahren kein Garant für Pünktlichkeit. 2025 erreichte der Konzern allerdings einen Tiefstwert. Mit neuer Chefin und Milliardeninvestitionen soll die Trendwende geschafft werden. Auf Wunder sollten Passagiere aber nicht hoffen, erklärt ein Sprecher.

Die Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn hat im vergangenen Jahr einen neuen Tiefstand erreicht. Sie lag 2025 nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" bei 60,1 Prozent und war damit noch niedriger als 2024 mit 62,5 Prozent. Ein Bahnsprecher bestätigte der Zeitung demnach die Zahlen für das abgelaufene Jahr. Zum Vergleich: 2015 lag die Quote immerhin noch bei 74,4 Prozent.

Verspätet ist ein Zug nach Bahn-Definition ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Als Gründe für die vielen Verspätungen nennt die Bahn zumeist die vielen Baustellen im maroden Schienennetz sowie die überlasteten Fernverkehrsknoten, vor denen sich Züge immer wieder stauen.

"Auch wenn über Nacht keine Wunder zu erwarten sind, startet die Deutsche Bahn nun in eine neue Phase", sagte der Sprecher dem Blatt. Das Unternehmen solle "leistungsstärker" und "verlässlicher" werden und sei "entschlossen, die Qualität für die Fahrgäste dauerhaft und spürbar zu verbessern".

Die Pünktlichkeit im Fernverkehr war besonders Anfang 2025 rapide gesunken. Sie lag große Teile des Jahres nur bei knapp 60 Prozent. Zeitweise war nahezu jeder zweite ICE und IC verspätet unterwegs, hieß es Mitte Dezember. Über die Weihnachtsfeiertage brachten die Fernzüge rund fünf Millionen Reisende ans Ziel. Am 24., 25. und 26. Dezember habe die Pünktlichkeitsquote von ICE- und Intercity-Zügen bei gut 75 Prozent gelegen, teilte die Bahn jüngst mit. 2024 lag die Quote am 24. und 25. Dezember mit mehr als 80 Prozent allerdings noch höher. Rund um die Feiertage ruhten die Arbeiten auf den meisten Baustellen. Das habe sich positiv auf die Pünktlichkeit ausgewirkt, hieß es.

Pallas Ziel ist es, den fallenden Trend zu stabilisieren. An dem von der Bundesregierung vorgegebenen Ziel von einer Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent bis Ende 2029 hielt sie Ende des Jahres fest.

Mit Investitionen des Bundes in Höhe von 23 Milliarden Euro im Jahr 2026 und dem von der neuen Bahnchefin Evelyn Palla eingeleiteten Reformkurs des Konzerns solle nun die Trendwende eingeläutet werden, sagte der Sprecher.

Die Bahn steckt tief in der Krise. Große Teile der Infrastruktur sind marode und störanfällig, die Pünktlichkeitswerte insbesondere im Fernverkehr, aber zunehmend auch im Regionalverkehr leiden darunter.

Quelle: ntv.de, als/AFP/dpa

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