Wirtschaft

US-Umweltbehörde vermutet Betrug Fiat Chrysler hat sein Abgasproblem

Erst Volkswagen, nun Fiat Chrysler? Die US-Umweltbehörden haben den zweiten großen Autobauer wegen gefälschter Stickoxidwerte im Verdacht. Der Konzern sieht sich aber mit seiner Abgastechnik im Rahmen der Vorschriften.

Nach Volkswagen ist in den USA ein zweiter großer Autobauer wegen möglichen Abgasbetrugs ins Visier der Behörden geraten. Der italienisch-amerikanische Branchenriese Fiat Chrysler stehe im Verdacht, bei rund 100.000 Dieselwagen die Emissionswerte von Stickoxiden gefälscht zu haben, teilte das US-Umweltamt EPA in Washington mit. Es geht um Software zur Abgaskontrolle, die Fiat Chrysler gegenüber den Regulierern nicht offengelegt und so gegen Umweltgesetze verstoßen habe.

Ob es sich bei den beanstandeten Programmen - wie bei Volkswagen - um illegale Abschalteinrichtungen ("defeat devices") handelt, müsse allerdings erst noch ermittelt werden. Betroffen seien etwa 104.000 SUV und Pick-up-Trucks der Typen Jeep Grand Cherokee und Dodge Ram 1500 der Modelljahre 2014 bis 2016 mit 3,0-Liter-Dieselmotoren. Der Hersteller müsse nun belegen, dass er keine verbotene Software einsetze.

Die Aktie von Fiat Chrysler brach an der Börse Mailand um rund 18 Prozent ein. Im US-Handel wurde die Aktie nach einem Rückgang um 16 Prozent zeitweilig ausgesetzt.

Fiat Chrysler geht indes davon aus, sich mit der Abgastechnik im legalen Rahmen zu bewegen. In einer Stellungnahme kündigte der Konzern an, nach dem Regierungswechsel in den USA am 20. Januar im Sinne einer raschen Lösung mit den Behörden kooperieren zu wollen. Man sei enttäuscht über das Vorgehen der EPA.

Bußgelder und Strafen drohen

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die EPA wies jedoch in einer Telefonkonferenz darauf hin, dass Fiat Chrysler bereits gegen das US-Luftreinhaltegesetz "Clean Air Act" verstoßen habe, indem der Hersteller die zweifelhaften Programme bei der Zertifizierung der Autos verschwiegen habe. Allein dies könne schon Bußgelder und Strafen nach sich ziehen.

Wie hoch die Abweichungen beim Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid durch den Einsatz der nicht offengelegten Software zwischen Testmodus und Normalbetrieb auf der Straße ausfallen, werde noch untersucht. "Wir prüfen die Art und Auswirkungen dieser Einrichtungen weiter", kündigte Cynthia Giles von der kalifornischen Umweltbehörde Carb an.

Mit VW nicht vergleichbar

Im September 2015 hatte die EPA Volkswagen erstmals öffentlich vorgeworfen, in großem Stil Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert zu haben. Dies stürzte VW in die tiefste Krise seiner Geschichte und führte zu enormen Kosten. Mittlerweile hat sich der Konzern mit Kunden, Autohändlern, Behörden und dem Justizministerium in den USA im Rahmen von Vergleichen auf Strafen und Entschädigungen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar geeinigt.

Jedoch sind die Fälle bislang noch nicht direkt vergleichbar und haben unterschiedliche Größenordnungen - bei VW waren fast 600.000 US-Diesel betroffen.

Quelle: ntv.de, wne/dpa/DJ

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