Wirtschaft

Bitcoin fährt Achterbahn Finanzaufsicht warnt vor Krypto-Totalverlust

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Der Bitcoin-Preis hat im vergangenen Jahr kräftig zugelegt.

(Foto: REUTERS)

Kryptowährungen haben in den letzten Wochen kräftig an Wert gewonnen. Nun geht es wieder abwärts. Die britische Finanzaufsicht hält die Investitionen für riskant - Anleger könnten ihr gesamtes Geld verlieren.

Die britische Finanzaufsicht sieht den aktuellen Boom bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin skeptisch. Solche Investitionen seien hochriskant, warnt die Financial Conduct Authority (FCA). Anleger müssten sich deshalb darauf einstellen, ihr gesamtes Geld zu verlieren, das sie in Kryptowährungen gesteckt haben. Der Aufsicht machen vor allem die starken Kursschwankungen, die Komplexität der Kryptowährungen und der Mangel an Verbraucherschutz bei diesen Produkten Sorgen.

Im vergangenen Jahr hat sich der Bitcoin-Kurs vervierfacht. Am Wochenende hatte er die Schallmauer von 40.000 Dollar durchbrochen, nur drei Wochen zuvor die Marke von 20.000 Dollar. Derzeit geht es wieder kräftig abwärts. Allein heute verbilligte sich der Bitcoin um rund zwölf Prozent auf 35.390 Dollar. Kurskapriolen sind bei Bitcoin keine Seltenheit.

Erdacht während der großen Finanzkrise 2008, haftet dem Bitcoin seit jeher ein zweifelhafter Ruf an. Kritiker monieren, die Digitalwährung könne aufgrund anonymer Zahlungsprozesse leicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden. Dazu passt, dass der Bitcoin seit Anbeginn von Finanz- und Betrugsskandalen begleitet wird.

Vermögensverwalter investiert in Bitcoin

Das Image des Bitcoins hat sich im vergangenen Jahr jedoch verbessert. Beispielsweise hat Bezahldienst Paypal seinen US-Kunden den Handel mit Kryptowährungen ermöglicht. In diesem Jahr sollen auch Transaktionen in Bitcoin und anderen Digitalwährungen, von denen es mittlerweile Tausende gibt, möglich werden.

Auch große Finanzanleger zeigen ein stärkeres Interesse an digitalen Währungen. So hat etwa der große Vermögensverwalter Fidelity vergangenes Jahr einen Fonds aufgelegt, der in Bitcoin investiert. Auch wird der Bitcoin verstärkt als alternative Anlage genutzt, weil einige Investoren aufgrund der in der Corona-Krise stark steigenden Staatsschulden eine künftig höhere Inflation erwarten.

Nun stellt sich die Frage, ob der Bitcoin nachhaltig von diesen Entwicklungen profitieren kann. Denn wesentliche Kritikpunkte bleiben: Als Zahlungsmittel ist der Bitcoin weitgehend ungeeignet. Zu stark sind seine Kursschwankungen, zu hoch ist der Energieverbrauch in der Herstellung (Mining), zu langatmig und teuer ist die Transaktionsabwicklung. Die Kernidee des Bitcoin-Erfinders, der bis heute nur unter einem Pseudonym bekannt ist, war aber gerade die Erschaffung eines neuen Zahlungsmittels. Auch als Finanzanlage bleibt der Bitcoin umstritten.

Quelle: ntv.de, jga/dpa