Wirtschaft

"Menschen wollen Alternative" Flixbus bekommt Konkurrenz aus Frankreich

Der Fernbusfahrten-Vermittler Flixbus dominiert den deutschen Markt. Der französische Mitbewerber BlaBlaCar will nun auch ein Stück des Kuchens. Das Unternehmen ist hierzulande bereits in anderen Bereichen aktiv.

Der deutsche Marktführer Flixbus bekommt offenbar Konkurrenz aus Frankreich: Der französische Mitfahrdienst BlaBlaCar will sein Fernbusgeschäft nach Informationen des "Handelsblatts" auch außerhalb von Frankreich aufbauen und den BlaBlaBus noch in diesem Jahr nach Deutschland bringen. "Die Menschen wollen ein alternatives Angebot", sagte der Chef des Unternehmens, Nicolas Brusson.

Demnach sollen bis zum Jahresende 2019 in Deutschland und den Benelux-Staaten 60 Städte unter dem neuen Namen BlaBlaBus angefahren werden. BlaBlaCar ist der führende Anbieter von Mitfahrgelegenheiten in Europa. 2015 kaufte das französische Unternehmen die Angebote mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de. Durch die Übernahme des Fernbusgeschäfts der französischen Staatsbahn SNCF im Herbst kombiniert BlaBla nun Mitfahrgelegenheiten und Buslinien.

Die ersten Linien in Deutschland könnten laut Brusson schon im Frühjahr starten. Das hänge aber von den laufenden Verhandlungen mit lokalen Busunternehmen ab, sagte er dem "Handelsblatt".

BlaBla macht nun dem deutschen Platzhirsch Flixbus mit seinen grünen Bussen Konkurrenz. Flixbus ist der größte Fernbusanbieter in Deutschland. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben Busreisen zu 2000 Orten in 27 Ländern mit täglich rund 300.000 Verbindungen an.

Wie Flixbus betreibt Blablabus keine eigenen Fahrzeuge, sondern organisiert und vermittelt Fahrten mittelständischer Busunternehmen. Auf innerdeutschen Verbindungen war der deutsche Fernbusmarkt zuletzt kaum noch gewachsen. Vielversprechender waren grenzüberschreitende Verbindungen. Hier dürfte auch Blablabus ansetzen. Geplant ist zudem, Fahrgäste über Auto-Mitfahrangebote zum Bus zu lotsen.

Auf die neue Konkurrenz aus dem Nachbarland reagierte das Münchner Unternehmen gelassen. "Wir sind harten Wettbewerb gewohnt", sagte Geschäftsführer André Schwämmlein. Es werde sich noch zeigen, inwieweit BlaBlaCar "anpassungsfähig genug ist, um auf diesen sich schnell wandelnden Markt zu reagieren und für den Kunden ein flächendeckendes und innovatives Angebot anzubieten". Letztlich entscheide der Kunde, wie er seine Reise tätige.

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Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

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