Wirtschaft

Reaktion auf Klimapaket Flixbus streicht Strecken auf dem Land

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Fernbusse gelten wie die Bahn als klimafreundlich.

(Foto: imago images/Seeliger)

Der Fernbus-Markt in Deutschland wird von Flixbus dominiert. Doch das Unternehmen sieht sich nach eigenen Angaben gezwungen, sein Angebot zurückzufahren - vor allem im ländlichen Raum. Grund dafür sei eine Bevorteilung der Bahn durch das neue Klimapaket der Regierung in Berlin.

Das Fernbus-Unternehmen Flixbus will im kommenden Jahr sein Angebot gerade in abgelegenen Gebieten einschränken. "Den ländlichen Raum werden wir nicht in dem heutigen Maße halten können, wir werden Takte reduzieren, Linien einkürzen müssen und Arbeitsplätze werden verloren gehen", sagte Konzernchef André Schwämmlein der "Wirtschaftswoche".

Damit reagiere man auf die Umsatzsteuersenkung auf Fernbahn-Tickets, welche die Regierung im Zuge des Klimapakets beschlossen hat. Davon profitiert das Staatsunternehmen Deutsche Bahn, das auf Langstrecken praktisch ein Monopol hat. Obwohl Fernbusse als ähnlich klimafreundlich wie Züge gelten, sollen Busse davon nicht profitieren.

Flixbus hatte auch eine Klage gegen diese Regelung angekündigt. Das Unternehmen hat sich nach der Freigabe des Fernverkehrs für Busse im Jahr 2013 als Marktführer durchgesetzt. Nach Branchendaten deckt Flixbus 95 Prozent des deutschen Fernbusmarktes ab und macht dort etwa die Hälfte seines Geschäfts.

Im vergangenen Jahr konnte Flixbus zudem bei den weltweiten Fahrgastzahlen deutlich zulegen. 62 Millionen Menschen in 30 Ländern reisten mit Flixmobility, ein Anstieg von 37 Prozent. Flixbus, das in Deutschland auch einige Fernzüge unter der Marke Flixtrain betreibt, war 2019 unter anderem in der Ukraine an den Start gegangen und hat sein Streckennetz in den USA ausgeweitet. Laut Angaben des Unternehmens werden täglich mehr als 400.000 Verbindungen weltweit angeboten.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa