Wirtschaft

Behörden müssen noch zustimmen Franzosen übernehmen WMF

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WMF-Produkte gelten noch immer als Spitzenprodukte. Mit der Übernahme soll das langfristig so bleiben.

(Foto: dpa)

Der schwäbische Besteck- und Kaffemaschinenhersteller WMF soll an die französische Groupe SEB verkauft werden. SEB ist bekannt für Marken wie Moulinex, Krups und Rowenta. Die Wettbewerbsbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Das französische Haushaltsgeräte-Unternehmen SEB hat für knapp 1,6 Milliarden Euro den deutschen Traditionshersteller WMF übernommen. Das Geschäft sei mit dem Finanzinvestor KKR, dem WMF gehört, geschlossen worden, teilte SEB mit. Nun müssen noch die Kartellbehörden beider Länder zustimmen.

Der genaue Kaufpreis liegt SEB zufolge bei 1,585 Milliarden Euro, davon zahlt SEB 1,02 Milliarden Euro und übernimmt zudem Unternehmensschulden in Höhe von 565 Millionen Euro. SEB setzte nach eigenem Bekunden auf "bedeutende Synergien", die bis 2020 die Kosten des schuldenfinanzierten Deals deutlich verringern helfen sollen. Mit WMF verleibt sich SEB den "Weltmarktführer professioneller Kaffeemaschinen" ein - WMF beherrscht demnach 28 Prozent dieses Marktes; außerdem den Marktführer von Kochgeräten in Deutschland.

Vor dem Geschäft wurde der Handel mit SEB-Aktien an der Pariser Börse vorübergehend ausgesetzt, wie der Börsenbetreiber Euronext mitteilte. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg hatte berichtet, der US-Finanzinvestor KKR wolle den Besteck- und Küchengeräte-Hersteller WMF an SEB verkaufen.

WMF verdient an Kaffeemaschinen

Erst vergangene Woche hatte das französische Unternehmen, das weltweit mehr als 25.000 Mitarbeiter beschäftigt, den Kauf des deutschen Küchenartikel-Herstellers Emsa angekündigt. SEB stellt unter anderem Kochtöpfe und Pfannen, Küchenmaschinen und Fritteusen sowie Bügeleisen und Staubsauger her. WMF beschäftigt 5700 Mitarbeiter in sieben Ländern und unterhält acht Produktionsstätten weltweit.

Die 1853 gegründete Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) erwirtschaftet zwei Drittel ihres Umsatzes von rund einer Milliarde Euro ebenfalls mit Töpfen, Pfannen und Besteck. Der Löwenanteil des Gewinns kommt allerdings aus dem Verkauf und der Wartung von Profi-Kaffeemaschinen für Restaurants und Bäckereien.

Quelle: ntv.de, lsc/ppo/rts/AFP