Wirtschaft

Männer nicht immer im Vorteil Frauen in Vorständen verdienen oft mehr

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"In den Vorstandsetagen der Dax- und MDax-Unternehmen ist die Lohnlücke geschlossen."

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Das ist überraschend: In den Dax- und MDax-Unternehmen haben Vorstandsfrauen oft eine bessere Vergütung als ihre männlichen Kollegen. In dem TecDax und dem SDax zugehörigen Firmen sieht es dagegen anders aus.

Frauen in Vorständen börsennotierter Unternehmen in Deutschland verdienen im Durchschnitt mehr als ihre männlichen Kollegen. Mit 2,1 Millionen Euro übertraf ihre Direktvergütung im Jahr 2017 die der männlichen Vorstandsmitglieder um 300.000 Euro oder knapp 17 Prozent. Das hat das Beratungsunternehmen EY in einer Auswertung für Dax, MDax, SDax und TecDax errechnet.

Im Leitindex Dax etwa habe die Vergütung weiblicher Vorstandsmitglieder in den vergangenen vier Jahren mit 15 Prozent Zuwachs fast viermal so stark zugelegt wie die von Männern (plus 4 Prozent). Verdiente im Jahr 2013 ein männliches Vorstandsmitglied in einem Dax-Konzern noch zehn Prozent mehr als eine Frau im Führungsteam, hatten Frauen 2017 einen leichten Vorsprung bei der Vergütung von einem Prozent.

Eine vergleichbare Entwicklung gab es den Angaben zufolge im MDax. Im Index der mittelgroßen Werte erhielten weibliche Vorstände im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 1,56 Millionen Euro sechs Prozent mehr als Männer (1,47 Millionen Euro). Das Fazit von EY-Vergütungsexperte Jens Massmann: "In den Vorstandsetagen der Dax- und MDax-Unternehmen ist die Lohnlücke geschlossen und die Gleichberechtigung bei der Vergütung bereits Realität."

Im SDax hingegen verdienen Frauen in Vorständen demnach im Schnitt 702.000 Euro und damit etwa ein Fünftel weniger als ihre männlichen Kollegen (856.000 Euro). Im TecDax liegen die Männer mit 984.000 Euro sogar um ein Drittel vor den Frauen (665.000 Euro).

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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