Wirtschaft

Der Wind dreht sich Für Gold geht es abwärts

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Der Goldpreis ist kräftig abgesackt.

(Foto: imago/Xinhua)

Viel spricht dafür, dass der Goldpreis steigen müsste. Doch das Gegenteil ist der Fall. Im Laufe des Jahres hat sich das Edelmetall kräftig verbilligt. Und US-Notenbankchef Jerome Powell ist hierbei auch keine große Hilfe.

Viele Monate hat sich Gold inmitten der Corona-Pandemie großer Beliebtheit erfreut. Doch die Zeiten sind vorbei. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall mehr als zehn Prozent an Wert verloren und steuert damit dem Finanzdienstleister Bloomberg zufolge auf das mieseste Quartal seit fast 40 Jahren hin. Heute fiel der Goldpreis auf rund 1690 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit neun Monaten. Börsengehandelte Indexfonds, die mit physischem Gold gesichert sind, verzeichnen rege Abflüsse. Das wachsende Angebot drückt den Preis des Edelmetalls weiter.

Gold, Feinunze
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Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil das Umfeld eigentlich hervorragend für die Gold-Anlage sein sollte. Die Impfungen gegen das Virus gewinnen weltweit an Fahrt. Damit ist ein Ende der Corona-Krise zumindest in Sichtweite. Mit der Aussicht auf eine anziehende Konjunktur steigt traditionell die Furcht vor Inflation - und Gold ist ein beliebter Inflationsschutz.

So stark die Inflationssorge bei einigen Anlegern auch sein mag - etwas anderes ist viel stärker: Angesichts der jahrelangen Niedrigzinsen hat das zinslose Gold stark an Attraktivität gewonnen. Doch derzeit steigen die Kapitalmarktzinsen an - und damit verliert Gold an Glanz.

Powell enttäucht Gold-Investoren

Gold erhält momentan Gegenwind durch die steigenden Anleiherenditen, vor allem in den USA. Und der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell sorgte bei Gold-Anlegern nun für Ernüchterung: Er gab sich angesichts der steigenden Renditen völlig entspannt und deutete nicht einmal ansatzweise an, dagegen etwas zu unternehmen.

Zugleich versicherte er, auch an der Inflationsfront herrsche Ruhe. Angesichts des neuen billionenschweren Hilfspakets von US-Präsident Joe Biden sei zwar mit einem Aufschwung am Arbeitsmarkt und einem Anziehen der Preise zu rechnen. Aber es werde sehr wahrscheinlich im Zuge einer einsetzenden Konsumwelle nach Abebben der Pandemie bei einem Einmal-Effekt bleiben. Er rechne nicht damit, dass ein Preisauftrieb sich verfestige. Vor diesem Hintergrund sei derzeit mit einer Fortsetzung dieses Trends zu rechnen, sagte Analyst Jeffrey Halley vom Brokerhaus Oanda mit Blick auf den fallenden Goldpreis. Er halte einen Sturz auf etwa 1600 Dollar für möglich.

Quelle: ntv.de, mit rts

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