Wirtschaft

Erste Runde nach WeselskyGDL lässt Streikdrohung vorerst in der Tasche

08.01.2026, 08:21 Uhr
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Bis Ende Februar herrscht Friedenspflicht zwischen Lokführern und Bahn. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Es geht wieder los - Bahn und Lokführer verhandeln. Seit der jüngsten Runde hat auf beiden Seiten das Spitzenpersonal gewechselt. Doch die Tonlage ist eine andere. Die Gewerkschaft gibt sich zurückhaltender, aber dennoch selbstbewusst.

Vor dem Start der neuen Tarifrunde bei der Deutschen Bahn sieht Gewerkschaftschef Mario Reiß alle Voraussetzungen für einen Tarifabschluss ohne Arbeitskampf gegeben. "Wir wollen am Tariftisch auf der Diskussionsebene ein Ergebnis erwirken und gehen davon aus, dass wir der Bahn genug Zeit gegeben haben", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). "Jeder sagt jetzt: Es geht wieder los bei der Bahn, die werden bald klappern. Aber an uns wird es nicht liegen."

Bis Ende Februar herrscht in der Tarifauseinandersetzung Friedenspflicht. In dieser Zeit kann die GDL keine Streiks durchführen. Insgesamt 14 Verhandlungstage in fünf Runden sind bis dahin angesetzt. Das sei deutlich mehr als bei den derzeit ebenfalls laufenden Tarifgesprächen mit den Wettbewerbsbahnen, betonte Reiß.

"Die Frage ist ja, ob die Bahn sich die Chance gönnt oder ob man Spiele treibt, und das werden wir wahrscheinlich Ende Februar wissen." Er setze aber darauf, dass seine Verhandlungsmannschaft in dem geplanten Zeitraum Ergebnisse erzielen wird. "Deswegen rede ich momentan weder über Eskalation noch rede ich da drüber, ob wir eventuell eine Urabstimmung planen."

Bei der vorigen Tarifrunde unter dem damaligen GDL-Chef Claus Weselsky hatte die Gewerkschaft bereits nach der zweiten Gesprächsrunde die Gespräche für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung unter den Mitgliedern über unbefristete Streiks eingeleitet. Diese Möglichkeit stehe der Gewerkschaft immer offen, sagte Weselskys Nachfolger Reiß. Diese müsse aber sehr verantwortungsvoll damit umgehen.

Die Gewerkschaft fordert von der Bahn eine Entgelterhöhung von mindestens 3,5 Prozent. Über Neuordnungen in der Tarifstruktur sollen aber bis zu 8 Prozent mehr Geld herauskommen. So will die GDL etwa eine neue Tarifstufe durchsetzen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa