Wirtschaft

Streikgefahr auf der Schiene GDL lehnt Bahn-Angebot ab

45218456.jpg

Einsamer Arbeitsplatz mit tonnenschwerer Verantwortung: Hinter dem Zugführer sitzen die Passagiere.

(Foto: picture alliance / dpa)

In den Verhandlungen bei der Bahn verhärten sich die Fronten. Das neue "Schutzpaket" für Lokführer geht der Gewerkschaft GDL nicht weit genug. Die Vertreter von rund 20.000 Eisenbahnern im Führerstand fordern "ein neues Angebot".

Die Streikgefahr bei der Deutschen Bahn ist auch nach monatelangen Verhandlungen mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL noch nicht vom Tisch. Offenbar kommen insbesondere die Gespräche über einen besseren Schutz bei Berufsunfähigkeit nicht voran.

Man sei an einem schwierigen Punkt, erklärten beide Seiten. "Wir erwarten ein neues Angebot von der Bahn", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert. Darüber könne noch einmal gesprochen werden. Viel zeit bleibt nicht mehr. Am 10. März solle der Stand von der Tarifkommission bewertet und gegebenenfalls über einen Arbeitskampf entschieden werden. Die GDL warnte die Bahn, ein unzureichendes oder gar kein Angebot abzugeben. "Dann werden Streiks wahrscheinlich", sagte Seibert.

Die Bahn kündigte an, das weitere Vorgehen in den nächsten Tagen zu prüfen. "Das Hauptanliegen der GDL haben wir mehr als erfüllt. Was wir als Schutzpaket angeboten haben, geht weit über das hinaus, was üblich ist", sagte Personalvorstand Ulrich Weber.

Besondere Berufsrisiken

Die GDL, die rund 20.000 Lokführer vertritt, fordert einen umfassenden Schutz für Lokführer, die aus psychischen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können - zum Beispiel, wenn sie Zeuge eines Selbstmordes auf Schienen geworden sind.

Die Bahn hat der GDL zuletzt angeboten, auf Kündigungen aus Gesundheitsgründen zu verzichten, den Mitarbeitern andere Arbeitsplätze im Konzern anzubieten und ihnen, wenn gewünscht, über Abfindungsangebote ein Ausscheiden zu erleichtern. In diesem Punkt machte die Bahn der GDL ein erweitertes Angebot, was die Gewerkschaft aber unzureichend nannte.

Quelle: ntv.de, mmo/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.