Ungewöhnlicher VersuchGamestop will offenbar Ebay übernehmen

Der Videospielehändler Gamestop hat nach Informationen des "Wall Street Journals" stillschweigend eine Beteiligung an Ebay aufgebaut. Ziel ist demnach, die viermal so wertvolle Plattform zu schlucken.
Der Videospielehändler Gamestop bereitet einem Zeitungsbericht zufolge ein Übernahmeangebot für die Online-Handelsplattform Ebay vor. Gamestop-Chef Ryan Cohen verfolge damit den Plan, den Börsenwert seines Unternehmens mehr als zu verzehnfachen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die Ebay-Aktie sprang im nachbörslichen Handel um rund 14 Prozent in die Höhe, während die Gamestop-Papiere um 4 Prozent zulegten. Stellungnahmen der beiden Unternehmen sowie von Cohen lagen zunächst nicht vor.
Im Vorfeld einer möglichen Offerte habe Gamestop stillschweigend eine Beteiligung an Ebay aufgebaut, hieß es in dem Bericht weiter. Sollte das Management der Handelsplattform das Angebot ablehnen, könnte Cohen sich direkt an die Ebay-Aktionäre wenden. Einzelheiten zu dem möglichen Angebot, das noch in diesem Monat vorgelegt werden könnte, seien bislang nicht bekannt.
Ein solches Geschäft wäre ungewöhnlich: Es kommt selten vor, dass ein börsennotiertes Unternehmen einen Konkurrenten ins Visier nimmt, der fast viermal so groß ist. Während Ebay auf eine Marktkapitalisierung von rund 46 Milliarden Dollar kommt, ist Gamestop an der Börse knapp 12 Milliarden Dollar wert.
Cohen, der größte Investor von Gamestop, war im Januar 2021 in den Verwaltungsrat eingezogen und hatte im September 2023 den Chefposten übernommen. Er steuerte den Konzern durch strikte Kostensenkungen zurück in die Gewinnzone. Gamestop hat mit dem Trend zu Online-Käufen zu kämpfen und musste in der Vergangenheit zahlreiche Filialen schließen. Im Weihnachtsquartal verbuchte der Einzelhändler einen Umsatzrückgang um 14 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar.
Ebay hingegen ist derzeit auf Wachstumskurs: Die Aktien des Unternehmens haben in diesem Jahr um mehr als 19 Prozent zugelegt. Am Mittwoch hatte die Plattform eine Umsatzprognose für das zweite Quartal abgegeben, die über den Erwartungen der Wall Street lag.