Wirtschaft

CO2-Bepreisung naht Gas wird 2021 teurer

103935637.jpg

Die SPD will, dass Vermieter einen Teil der höheren Heizkosten übernehmen.

(Foto: picture alliance / Ole Spata/dpa)

Derzeit ist Gas verhältnismäßig günstig. Doch das wird sich nach Ansicht eines Vergleichsportals im kommenden Jahr ändern. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Verbraucher in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Gaspreise einstellen. Grund sind der Start des CO2-Preises sowie höhere Netzentgelte, wie aus Berechnungen des Vergleichsportals Verivox hervorgeht. "Wir rechnen damit, dass die Gaspreise im kommenden Jahr wieder deutlich anziehen", sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Deutschland führt 2021 einen Preis für Kohlendioxid aus dem Straßenverkehr und Heizungen ein: Dann müssen Unternehmen, die Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas in Verkehr bringen, Verschmutzungsrechte kaufen.

Laut Verivox werden die Gebühren für die Gasnetze im Jahr 2021 im bundesweiten Durchschnitt um zwei Prozent ansteigen. Basis seien vorläufige Veröffentlichungen der Verteilnetzbetreiber. In die Betrachtung seien 84 Prozent der Gasversorgungsgebiete eingeflossen. Für einen Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeute allein diese Gebührenerhöhung Mehrkosten von rund acht Euro im Jahr. Regional gebe es jedoch große Unterschiede.

Hinzu kommt: Nächstes Jahr startet die CO2-Bepreisung im Verkehr und bei Gebäuden. Ziel ist es, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen. Der Emissionshandel beginnt mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne. Laut Umweltministerium führt das dazu, dass etwa Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer wird. Nach den Berechnungen von Verivox bedeutet dies für einen Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus eine Mehrbelastung von 108 Euro pro Jahr.

Einen preisdämpfenden Effekt könnte aber die Entwicklung an den Rohstoffmärkten haben, hieß es weiter. So seien die Großhandelspreise seit Jahresbeginn deutlich gesunken - deswegen waren auch die durchschnittlichen Gaspreise in diesem Jahr zurückgegangen. Die niedrigeren Beschaffungskosten geben laut Storck Spielraum, Preiserhöhungen nicht ganz so hoch ausfallen zu lassen.

SPD will Vermieter an den Heizkosten beteiligen

Die Bundesregierung will die Bürger mit dem Start des CO2-Preises an anderer Stelle entlasten. So steigt die Pendlerpauschale für Arbeitnehmer mit längeren Fahrwegen. Außerdem hat die Regierung einen starken Anstieg der Strompreise durch einen Milliarden-Bundeszuschuss bei der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms verhindert.

Noch umstritten innerhalb der Bundesregierung ist es, wie zusätzliche Heizkosten zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt werden sollen. Die SPD-geführten Bundesministerien für Umwelt, Justiz und Finanzen wollen, dass Vermieter höchstens die Hälfte der Zusatzkosten, die künftig beim Heizen mit Öl oder Erdgas entstehen, auf die Miete aufschlagen dürfen. Bundesumweltministerin Svenja Schulz hatte gesagt: "Es sind schließlich die Vermieter, die über eine neue Heizung entscheiden. Darum sollten sie auch ihren Anteil am CO2-Preis tragen."

Quelle: ntv.de, jga/dpa