Wirtschaft

Immer noch besser als erwartet Goldman Sachs büßt Gewinn ein

32892200CB764203.jpg8159660160887321763.jpg

Viel Geld kommt aus der Beratung: Goldman Sachs verdient an Übernahmen, Anleihen und Börsengängen.

(Foto: AP)

Die ersten drei Monate des Jahres hätten besser laufen können: US-Großbank Goldman Sachs verdient aufgrund von Schwächen im Handel zu Jahresbeginn deutlich weniger als vor Jahresfrist. Besser sehen die Zahlen bei Morgan Stanley aus.

Das starke Standbein im Anleihenhandel hat Goldman Sachs zum Jahresauftakt belastet. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum ersten Quartal 2013 um 11 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar, wie die US-Investmentbank vor Handelsstart an den New Yorker Börsen mitteilte. Beim Ergebnis blieb die Großbank damit allerdings noch über den Erwartungen der Analysten. Der Markt reagiert erleichtert: Goldman-Aktien legen vorbörslich knapp 2 Prozent zu.

Die verschiedenen Geschäftsbereiche der Bank entwickelten sich sehr unterschiedlich: Die deutlich angeschwollenen Aktivitäten im Handel mit Rohstoffen konnten die Einbußen bei festverzinslichen Wertpapieren und Devisen im Auftaktquartal allerdings nicht ausgleichen. Goldman Sachs machte die Zurückhaltung der Anleger für den Rückgang der Einnahmen in diesem Bereich um 11 Prozent verantwortlich. Im Handel mit Aktien ging es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent abwärts.

Besser lief es für Goldman Sachs im Investmentbanking, in dem das Haus Unternehmen bei Übernahmen, Börsengängen und Emissionen von Schuldtiteln berät und absichert. Hier locken stattliche Erträge. Die weltweite Nummer eins der Branche profitierte vor allem vom anziehenden Geschäft in Europa.

Blankfein: "Solide Ergebnisse"

Die Einnahmen aus der Beratung seien so hoch gewesen wie seit dem Beginn der Finanzkrise 2007 nicht mehr, heißt es im Zwischenbericht der Bank. Auch in der Vermögensverwaltung ging es aufwärts: Goldman Sachs lockte binnen drei Monaten 41 Milliarden Dollar Geld von Anlegern an und verwaltet inzwischen 1,08 Billionen Dollar.

Vorstandschef Lloyd Blankfein sprach von "soliden Ergebnissen", das Marktumfeld habe sich wieder verschlechtert. Goldman Sachs ist stärker als Konkurrenten wie JP Morgan, Citigroup oder Bank of America vom Handel und den eigenen Investitionen an den Kapitalmärkten abhängig.

Gewinnsprung bei Morgan Stanley

Der kleinere Rivale Morgan Stanley profitierte in den ersten drei Monaten von seiner großen Vermögensverwaltungs-Sparte, mit der sich die Bank von den Märkten emanzipiert hat. Das Geldhaus steigerte den Quartalsgewinn um 55 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Morgan-Stanley-Aktien schossen um 2,7 Prozent nach oben.

Inzwischen wird der Gewinn von Morgan Stanley stärker von der Vermögensverwaltung als vom Brokergeschäft angetrieben. In der Vermögensverwaltung wuchsen die Einnahmen um 4 Prozent, der Gewinn sogar um 65 Prozent auf 423 Millionen Dollar. Der Investmentbank gelang es zugleich, trotz der schlechten Stimmung am Anleihenmarkt in dieser Sparte 13 Prozent mehr einzunehmen. Hier schlug sich das Rohstoff-Geschäft stark nieder.

Morgan-Stanley-Chef James Gorman kündigte an, weitere Aktien für bis zu eine Milliarde Dollar zurückzukaufen. Außerdem soll die Dividende in diesem Jahr verdoppelt werden. Die Bank hat ein starkes Jahr 2013 hinter sich. Vier Quartale hintereinander schloss die Bank mit Gewinn ab.

Ähnlich wie die Wettbewerber konnte Morgan Stanley bereits mit einer ganzen Reihe offener Rechtsstreitigkeiten aus der Finanzkrise abschließen. Eine Klage der US-Behörde Federal Housing Finance Agency konnte die Bank gegen eine Zahlung von 1,25 Milliarden Dollar vom Tisch schaffen. Mit der US-Börsenaufsicht SEC erreichte Morgan Stanley eine ähnliche Einigung. An die SEC zahlte die Bank 275 Millionen Dollar.

Quelle: n-tv.de, mmo/DJ/rts

Mehr zum Thema