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Page will die Aktie spalten Google verdient Milliarden

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"Google hatte ein weiteres großartiges Quartal."

(Foto: REUTERS)

Der Online-Gigant Google verteidigt seinen Ruf als Gelddruckmaschine: Kurz nach Börsenschluss an der Wall Street legt der Konzern seine Ergebnisse aus dem ersten Quartal vor. "Nichts Großartiges", sagt ein Analyst - und meint einen Reingewinn von fast drei Milliarden Dollar.

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Wozu eine Krawatte? Google-Chef Larry Page (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Der US-Internetkonzern Google hat seinen Umsatz im Rahmen der Erwartungen gesteigert. Angesichts kräftig steigender Gewinne können sich Google-Aktionäre auf eine satte Dividende freuen.

Für das erste Quartal wies das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss einen Gewinn von unterm Strich 2,9 Mrd. Dollar aus. Umgerechnet entspricht das einem Reingewinn von 2,2 Mrd Euro in nur drei Monaten. Es sind 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieses Kunststück gelang Google, obwohl das Unternehmen kräftig in neue Produkte und Mitarbeiter investiert hat.

"Google hatte ein weiteres großartiges Quartal", erklärte Mitgründer und Konzernchef Google-Chef zieht Bilanz am Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die "großen Wetten" auf das Handy-Betriebssystem Android, den Browser Chrome oder die Videoplattform Youtube hätten sich ausgezahlt. Die Aktie legte nachbörslich in einer ersten Reaktion leicht zu.

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Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 10,6 Mrd. Dollar. Der Großteil der Einnahmen stammte dabei wie gehabt aus der Werbung im Umfeld der Suchmaschine. Google ist hier Marktführer vor Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing und dem mit Microsoft verbündeten Internet-Urgestein Yahoo setzt aufs Kerngeschäft .

Der Netto-Umsatz unter Herausrechnung von Gebühren an Partner-Webseiten lag bei 8,14 Mrd. Dollar. Vor Jahresfrist waren es 6,54 Mrd. Dollar. Analysten hatten mit einem Umsatz von aktuell 8,15 Mrd. Dollar gerechnet. Der Netto-Gewinn betrug im Detail 2,89 Mrd. Dollar oder 8,75 Dollar pro Aktie nach 1,80 Mrd. Dollar im Vorjahr. Ohne Sonderposten verdiente Google 10,08 Dollar pro Aktie. Erwartet worden waren 9,65 Dollar.

Aktiensplit statt Dividende

Gleichzeitig mit der Zwischenbilanz stellten Page und sein Kompagnon Sergej Brin ihre Pläne für einen Aktiensplit vor: Das Papier steht momentan bei gut 650 Dollar - ungewöhnlich viel für eine Unternehmensaktie. Deshalb sollen die Anteilseigner für jedes Papier eine stimmrechtslose Aktie erhalten.

Das Unternehmen kündigte eine Dividende in Form von Aktien an. Google erklärte, dies laufe auf einen Aktiensplitt im Verhältnis 2:1 hinaus und sichere die Unternehmens- und Kontrollstrukturen. Der Analyst Whit Anders von Gartner sagte, er verstehe das Vorhaben so, dass Google damit seinen Anteilseignern Vermögen zukommen lassen und seine Aktienbasis ausbauen könne, die Firmengründer und Google-Manager Page und Brin aber ihren Einluss behielten.

Colin Gillis von BGC Financial zeigte sich zufrieden mit den Geschäftszahlen. "Das Quartal ist in Ordnung. Nichts Großartiges." Der Umstand, dass Google beim Gewinn je Aktie über den Erwartungen liege, sei auf eine geringer als erwartete Steuerquote zurückzuführen.

Bei Google ist vor einem Jahr der Mitbegründer Page wieder auf den Chefsessel zurückgekehrt, um den Google-Rivale Baidu hebt ab etwas breiter aufzustellen. Firmen wie das Online-Netzwerk Was Facebook wirklich kann oder der Nachrichtendienst Liebesgrüße an die Fed ziehen zunehmend Nutzer ab.

Zudem ist noch nicht klar, wie sich die rasante Verbreitung von internetfähigen Smartphones und anderen mobilen Geräten wie Tablet-PCs auf die Einnahmen durch Werbung bei Suchergebnissen auswirkt. Im Schlussquartal 2011 hatte Google erstmals seit mehr als zwei Jahren einen Rückgang der Werbeeinnahmen verbuchen müssen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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