Wirtschaft

Millionen für Justizministerium HP wegen Bestechung verurteilt

Jahrelang führt HP eine schwarze Kasse, um in Russland Regierungsvertreter zu schmieren. Jetzt wird der Konzern dafür zu einer Millionen-Strafe verurteilt. Das Unternehmen räumt derweil ein, auch in anderen Ländern bestochen zu haben.

Der Hardwarekonzern Hewlett-Packard (HP) ist in den USA wegen Bestechung in Russland zu einer Bußgeldzahlung in Höhe von fast 59 Millionen US-Dollar (rund 45 Millionen Euro) verurteilt worden. Das US-Justizministerium teilte mit, dass sich das Unternehmen schuldig bekannte. HP hatte russische Regierungsvertreter bestochen, um einen profitträchtigen Auftrag des russischen Justizministeriums zu erhalten.

Hewlett-Packard
Hewlett-Packard 15,41

Vertreter einer HP-Filiale in Russland hätten zu diesem Zweck eine schwarze Kasse mit mehreren Millionen Dollar eingerichtet. Durch die Bestechung sei HP an einen 45-Millionen-Dollar-Vertrag des Büros des Justizministers gelangt. "Hewlett-Packards russische Filiale hat Millionen Dollar Bestechungsgeld aus einem Schmiergeldfonds genutzt um an einen lukrativen Regierungsauftrag zu gelangen", sagte der der stellvertretende Staatsanwalt Marshall Miller des Gerichtsbezirkes Nordkalifornien.

Bestechung auch in Polen und Mexiko

Den Behörden zufolge hatte HP über zwei Millionen Dollar Bestechungsgeld durch Mittelsmänner und Briefkastenfirmen gezahlt. Dabei nutzte es eine doppelte Buchführung und geheime Abrechnungstabellen. "Über ein Jahrzehnt haben sich HP-Manager an einem ausgeklügelten Bestechungssystem beteiligt, bei dem Behördenvertreter für Großaufträge bestochen wurden", bestätigte auch Andrew McCabe vom FBI gegenüber der Website "The Economic Times".

Das Geständnis war Teil einer Abmachung mit HP vom April, bei der sich der Konzern zu einer Zahlung von insgesamt 108 Millionen Dollar (rund 83,5 Millionen Euro) verpflichtete, um so gleichzeitig Ermittlungen zu Bestechungsfällen für öffentliche Aufträge in Polen und Mexiko einstellen zu lassen. In Polen flossen über 600.000 Dollar (465.000 Euro) an einen Regierungsvertreter, um einen Auftrag der Polizeibehörde an Land zu ziehen. In Mexiko soll HP rund eine Million Dollar Bestechungsgeld gezahlt haben, um einen Auftrag des staatlichen Ölkonzerns Pemex zu bekommen.

Die Ermittler warfen HP vor, dass ein eklatanter Mangel an internen Kontrollen bestanden hätte und das die Schmiergelder als "legitime Kosten" verbucht worden seien. HP-Vizepräsident John Schultz sagte, dass "das in der Abmachung behandelte Fehlverhalten nur auf eine begrenzte Anzahl von Leuten beschränkt" gewesen sei, die "mittlerweile nicht mehr bei der Firma angestellt sind".

Quelle: ntv.de, bwe/AFP