Wirtschaft

Landesregierungen senken Daumen HSH-Chef vor dem Aus

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Noch ist sein Weggang nicht beschlossen: HSH-Chef Nonnenmacher

(Foto: dpa)

Seit Monaten steht der Chef der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, in der Kritik. Medienberichten zufolge ist seine Abberufung bereits eine ausgemachte Sache. Der Druck auf HSH-Aufsichtsratschef Kopper nehme zu. Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Kubicki bestätigt ein Treffen der Regierungschefs Ahlhaus (Hamburg) und Carstensen (Schleswig-Holstein) zu dieser Problematik.

Die Weichen für eine Entlassung des umstrittenen Vorstandschefs der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, scheinen gestellt: Heute wollen die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein gleichlautende Beschlüsse über die Zukunft des 47 Jahre alten Bankmanagers fassen.

Wie der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki bestätigte, gab es dazu schon am Wochenende zwischen Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen ein Gespräch. Nach "Spiegel"-Angaben wollen die Regierungen als Haupteigner der Landesbank den Aufsichtsrat um die Entlassung Nonnenmachers bitten. Eine offizielle Bestätigung gab es hierfür nicht. Nonnenmacher selbst sagte: "Dazu ist mir nichts bekannt."

Der Chef des Aufsichtsrates, Hilmar Kopper, soll dem Bericht zufolge beauftragt werden, einen Nachfolger für Nonnenmacher zu suchen. Sollte er dies verweigern, soll der Rauswurf in einer außerordentlichen Hauptversammlung durchgesetzt werden. Mit zusammen 85,5 Prozent sind die beiden Länder die größten Anteilseigner an dem Institut. Der Aufsichtsrat stand bislang hinter Nonnenmacher.

Drängen auf fristlose Entlassung

Dem "Focus" zufolge hat Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Jost de Jager bereits eine gemeinsame Erklärung vorbereitet. Darin werfen Hamburg und Schleswig-Holstein Nonnenmacher vor, dass seit Monaten immer wieder neue Vorwürfe im Zusammenhang mit Personalangelegenheiten aufgetaucht seien. Außerdem bestünden Zweifel am Aufklärungswillen der Bank. Hinzu kämen der erhebliche Vertrauensverlust und die Befürchtung, dass die Querelen negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben könnten.

Kubicki rechnet unterdessen nicht damit, dass Nonnenmacher im Falle seiner Entlassung eine Abfindung erhält. Dagegen sprächen zu viele Anhaltspunkte, sagte er und verwies auf die Affären der Bank und die staatsanwaltlichen Ermittlungen in Hamburg, Kiel und New York. Die kleinen Koalitionspartner der CDU - die FDP in Kiel und die Grünen in Hamburg - dringen seit Tagen massiv auf die fristlose Entlassung, weil Nonnenmacher kein Vertrauen mehr genieße und Schaden von der HSH Nordbank abgewendet werden müsse.

Bankchef macht dicht

Unterdessen hat Nonnenmacher in Kiel dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur HSH Nordbank Rede und Antwort gestanden. Dabei kündigte er an, sich künftig nicht mehr zu den sogenannten Bespitzelungsaffären und Abhörskandalen zu äußern, weder öffentlich noch in nichtöffentlichen Sitzungen. Er habe dies seinem Mandanten geraten, sagte der Rechtsbeistand Nonnenmachers, Heinz Wagner.

Zu Beginn der Sitzung hatte Nonnenmacher in einer Erklärung noch einmal den Vorwurf, die von der HSH Nordbank engagierte Sicherheitsfirma Prevent AG habe eine FDP-Veranstaltung am 22. Juli 2009 bespitzeln lassen, als "blanken Unsinn" zurückgewiesen. Im Raum stehen zudem Vorwürfe, die Bank habe gegen eigene Mitarbeiter falsche Verdächtigungen erhoben, um sie entlassen zu können. Im Untersuchungsausschuss ist dies jedoch kein Thema.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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