Wirtschaft

15 Prozent Plus in einer Woche Haben die Börsen die Trendwende geschafft?

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Luftsprünge in Frankfurt

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem historischen Einbruch an den Börsen folgen teils atemberaubende Kurssprünge. Gigantische Rettungspakete für die Wirtschaft schüren Hoffnung. Doch solange sich das Coronavirus vor allem in den USA ungebremst ausbreitet, ist Vorsicht geboten.

Auch wenn der Dax heute wieder etwas nachgeben hat. Aufgrund des großen Kurssprungs gestern liegt der deutsche Leitindex immerhin gut 15 Prozent über dem Tiefststand von vergangener Woche. Heißt das, dass der Boden des Kursrutsches nun erreicht ist? Sind das ganze Ausmaß der Krise und die zu erwartenden Verluste der Unternehmen jetzt in den Aktienkursen eingepreist? Geht es vielleicht sogar mittelfristig mit Unterstützung der riesigen Hilfspakete rund um die Welt für die Wirtschaft wieder aufwärts?

Zweifel sind angebracht. Die Hilfsmaßnahmen der Regierungen haben zwar historische Ausmaße. Allein die Bundesregierung stellt alles in allem rund eine Billion Euro zur Verfügung. Die US-Regierung noch mehr. Ob das allerdings ausreicht und vor allem, ob diese Hilfen schnell genug bei den Zehntausenden notleidenden Unternehmen ankommen, um eine Pleitewelle und eine nie da gewesene Wirtschaftskrise zu verhindern, muss sich erst noch zeigen.

Die entscheidende Entwicklung ist zudem die der Pandemie. Zwar gibt es hoffnungsvoll stimmende Nachrichten aus China und auch aus Deutschland, dass die Ausbreitung von Covid-19 beherrschbar ist. Vor allem aber in den USA, der mit Abstand wichtigsten Volkswirtschaft, sieht es noch ganz anders aus. Mit seinem erratischen Handeln hatte US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Jahren bereits im Zuge seiner Handels- und Zollkriege die Börsen auf Achterbahnfahrt geschickt. In der Coronakrise strahlt er alles andere als Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit aus.

Solange Ungewissheit über die Dauer und die Schwere der Gesundheitskrise besteht, werden auch die Anleger zwischen Angst und Hoffnung schwanken. Starke Kurssprünge, verstärkt durch automatische Computerhandelssysteme oder Leerverkäufer, die sich mit Aktien eindecken müssen, lösen regelmäßig ebenso heftige Gegenbewegungen aus. Zudem kann auch die blanke Panik jeden Moment mit schlechten Nachrichten von der Epidemie-Front zurückkehren. Es ist zu befürchten, dass die extreme Volatilität weiterhin die einzige Konstante an den Finanzmärkten bleiben wird.

Quelle: ntv.de