Wirtschaft

Unsicheres Passwort? Hacker blamieren Twitter-Chef Dorsey

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Twitter-Chef Jack Dorsey.

(Foto: imago/Hindustan Times)

Immer wieder wird die Sicherheit von Social-Media-Konten infrage gestellt. Nun trifft es sogar den Kopf eines der größten Netzwerke im Internet: Twitter-Chef Jack Dorsey. Während sich andere Nutzer besorgt zeigen, gibt sich Twitters berühmtester Kunde - US-Präsident Trump - betont gelassen.

Hacker haben das Nutzerkonto von Twitter-Chef Jack Dorsey geknackt. "Wir wissen, dass @jack kompromittiert wurde und untersuchen, was geschehen ist", teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. Zuvor waren über Dorseys Konto rassistische und beleidigende Beiträge verbreitet worden.

Am Freitagabend erschienen in Dorseys Nutzerkonto plötzlich rassistische Verunglimpfungen. In einem Tweet hieß es: "Nazi-Deutschland hat nichts falsch gemacht". Ein anderer Tweet beinhaltete eine Bombendrohung. Rund 30 Minuten später wurden die Beiträge gelöscht. Einige der Tweets enthielten den Hashtag "ChucklingSquad", der als möglicher Hinweis auf die Hackergruppe galt.

Einige Twitter-Nutzer stellten angesichts des Vorfalls die Sicherheitsmechanismen in dem Kurzbotschaftendienst infrage. "Wenn ihr Jack nicht schützen könnt, könnt ihr gar niemanden schützen", schrieb ein Nutzer.

US-Präsident Donald Trump, der mehr als 60 Millionen Follower hat und dessen Tweets internationale Krisen auslösen und Börsen auf Talfahrt schicken können, zeigte sich auf Nachfrage sehr gelassen. "Ich hoffe, dass sie meinen Account nicht hacken. Aber im Grunde, falls sie es machen, dann wissen sie ja auch nicht viel mehr als das, was ich sowieso verbreite", sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. "Das wäre nicht so schlimm."

Der britische IT-Sicherheitsberater Graham Cluley betonte, der Vorfall unterstreiche die Dringlichkeit der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung, mit der Nutzer von Online-Diensten ihre Identität durch zwei verschiedene Komponenten, etwa das Passwort und die Handynummer, bestätigen müssen. Es sei "schwer zu sagen", wie es den Hackern gelungen sei, Dorseys Konto zu knacken. Neben einer fehlenden Zwei-Faktor-Authentifizierung käme aber unter anderem ein unsicheres Passwort infrage, sagte Cluley.

Quelle: ntv.de, lou/dpa/AFP