Wirtschaft

Kochboxen für 357 Millionen Euro Hellofresh drängt an die Börse

Das Konzept von Hellofresh ist simpel: Das Unternehmen liefert gleichermaßen ambitionierten wie faulen Hobbyköchen Boxen nach Hause, die alle Zutaten für ein schmackhaftes Menü enthalten. Wird das Geschäftsmodell auch an der Börse erfolgreich sein?

Der Lebensmittel-Lieferdienst Hellofresh will am 2. November sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Das Unternehmen legte die Preisspanne für seine Aktien am Sonntag mit 9,00 Euro bis 11,50 Euro fest. Die Papiere können vom 24. Oktober bis zum 1. November gezeichnet werden. Insgesamt sollen dem Unternehmen bis zu 357 Millionen Euro zur Finanzierung des Wachstums zufließen. Hellofresh liefert Kochboxen nach Hause, in denen die Kunden alle Zutaten finden, um selbst ein Menü zu kochen.

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Die Kochboxen enthalten neben den Zutaten auch das dazu passende Rezept.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hellofresh ist nach Delivery Hero das zweite Unternehmen aus dem Reich von Rocket Internet, das sich an die Börse wagt. Vor zwei Jahren hatte das Unternehmen, an dem der Startup-Investor 53 Prozent hält, seine Börsenpläne fürs erste begraben. Anders als beim ersten Versuch sollen die Erlöse aus dem Börsengang nun allein Hellofresh zufließen.

Auch diesmal sind die Aussichten trotz der jüngsten erfolgreichen Börsengänge von Varta und Voltabox nicht ungetrübt. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der US-Konkurrent Blue Apron sechs Prozent der Stellen streicht. Die Blue-Apron-Aktie hat wegen steigender Kosten und sinkender Kundenzahlen seit dem Börsendebüt im Juni fast die Hälfte ihres Werts verloren. Nicht zuletzt droht Blue Apron, Hellofresh & Co. mächtige Konkurrenz durch Amazon. Der Internethändler hat in den USA die Biosupermarkt-Kette Whole Foods übernommen und im Juli eine eigene Marke für ein Kochboxen-Angebot eintragen lassen.

Hellofresh versucht sich von Blue Apron abzusetzen. Anders als der Konkurrent ist das Unternehmen neben den USA auch in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Australien, Österreich, der Schweiz und Kanada tätig. Doch auch für Hellofresh sind die USA der wichtigste Markt. Zudem verspricht Hellofresh-Chef Dominik Richter, binnen 15 Monaten operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Im ersten Halbjahr 2017 wuchs der Umsatz um 49 Prozent auf 435 Millionen Euro, der Betriebsverlust (bereinigtes Ebitda) stieg leicht auf 46,5 (Vorjahr: 45,7) Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, jve/rts