Wirtschaft

Zu hohe Fangmengen Hering aus Ostatlantik verliert MSC-Siegel

imago0099826647h.jpg

Der Hering aus dem Ostatlantik könnte künftig schwerer zu verkaufen sein - Verbraucher achten inzwischen vielfach auf Qualitätssiegel.

(Foto: imago images/Scanpix)

Dem Hering im Ostatlantik droht die Überfischung. Mehrere Länder können sich nicht auf Quoten einigen. Und so holen sie rund ein Drittel mehr als von Experten empfohlen aus dem Wasser. Nun verliert der Fisch sein Gütesiegel. Das könnte die Vermarktung spürbar erschweren.

Der Hering, einer der beliebtesten Speisefische in Deutschland, gerät zunehmend unter Fangdruck. Für eines der wesentlichen Fanggebiete im Ostatlantik hat die Organisation MSC dem Hering nunmehr ihr Gütesiegel entzogen, teilte MSC in Berlin mit. In dem Gebiet seien im vergangenen Jahr rund 777.000 Tonnen Hering gefangen worden - ein Drittel über der vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) empfohlenen Menge, heiße es in einer Mitteilung. Zwar sei der Bestand noch nicht überfischt, aber das sei zu befürchten, falls er weiterhin so intensiv befischt werde. Für dieses Jahr geht der MSC davon aus, dass die empfohlene Menge erneut um ein Drittel übertroffen wird.

Die Anliegerstaaten des Nordostatlantiks - Norwegen, Island, die EU, Großbritannien, Grönland und Russland - verhandeln zur Zeit über die Bewirtschaftung der Fischbestände. Bislang konnten sie sich nicht auf Quoten für den Hering verständigen, so dass jedes Land seine eigenen unquotierten Mengen aus dem Meer holte.

Der Entzug des MSC-Siegels für den Hering sowie den Blauen Wittling zum Ende des Jahres kann sich beim Verbraucher bemerkbar machen. Viele Einzelhändler wie Edeka, Aldi und Lidl achten in ihrem Sortiment auf das Siegel und werben damit, überwiegend zertifizierten Fisch anzubieten.

Die von der Umweltorganisation WWF und dem niederländisch-britischen Unternehmen Unilever gegründete gemeinnützige Organisation MSC (Marine Stewardship Council) setzt sich für einen nachhaltige Fischerei ein. Rund 15 Prozent der weltweiten marinen Fangmenge tragen das MSC-Siegel.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa