Wirtschaft

Apotheker stürzt über Radialstrategie Hewlett-Packard feuert Chef

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Erst SAP, nun HP: Apotheker hält sich kein Jahr.

(Foto: dapd)

HP-Chef Apotheker muss nach weniger als einem Jahr im Amt seinen Posten räumen. Damit serviert ihm der Verwaltungsrat die Quittung für einen umstrittenen Strategieschwenk, der am Aktienmarkt mit einem massiven Vertrauensverlust bedacht wurde. An Apothekers Stelle rückt die ebenfalls nicht unumstrittene ehemalige Ebay-Chefin Whitman.

Die Zeit des deutschen Managers Léo Apotheker an der Spitze des Computerriesen Hewlett-Packard ist abgelaufen. Nach nur knapp einem Jahr im Amt feuert der Technologiekonzern den ehemaligen SAP-Chef. An seine Stelle rückt die frühere Ebay-Chefin Meg Whitman.

Zum Verhängnis wurde Apotheker ein umstrittener Strategiewechsel, den er mit Rückendeckung des Verwaltungsrates vor rund einem Monat angekündigt hatte. Er will die PC-Sparte abstoßen und auf das Geschäft mit Software setzen. Dafür kauft HP den britischen Software-Spezialisten Autonomy. Die Ankündigung löste einen massiven Kurseinbruch aus. Zum einen ist die Computer-Sparte von Hewlett-Packard die größte der Welt und arbeitet trotz relativ niedriger Rendite mit Gewinn. Zum anderen wurde der Preis von gut zehn Mrd. Dollar für Autonomy als zu hoch kritisiert.

Unmut durchgesickert

Bereits am Mittwochabend sickerte durch, dass es zumindest eine starke Fraktion in dem Aufsichtsgremium gibt, die Apotheker schassen will. Mitglieder des Verwaltungsrates hätten am Mittwoch bereits in diversen Gremien beraten, hieß es jetzt. Sie seien über den sinkenden Aktienpreis und fehlende Verbesserungen im Geschäftsverlauf besorgt.

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Neue Chance für Meg Whitman.

(Foto: REUTERS)

Meg Whitman wurde in der Branche allerdings auch nicht als beste Kandidatin empfunden. Analysten verwiesen darauf, dass sie als Chefin der Online-Handelsplattform Ebay kaum Erfahrung mit den Geschäftsbereichen von HP habe und auch noch nie einen kriselnden Großkonzern reformieren musste. Zudem war sie bereits 2007 bei Ebay ausgeschieden, danach kandidierte sie ohne Erfolg für das Gouverneursamt in Kalifornien.

Apotheker hatte am 1. November vergangenen Jahres das Ruder bei HP übernommen, nachdem sein populärer Vorgänger Mark Hurd wegen einer undurchsichtigen Affäre mit einer externen Mitarbeiterin gehen musste. Hurd arbeitet jetzt für den Software-Konzern Oracle.

Die Aktionäre sind unzufrieden: Seit Apotheker an der Spitze steht, verlor die Aktie fast die Hälfte ihres Werts. Die Nachricht, dass er vielleicht gehen muss, ließ den Kurs am Mittwoch um fast sieben Prozent steigen. Nach der nächtlichen Hängepartie büßte das Papier zum Start am Donnerstag allerdings wieder sechs Prozent ein.

Dicke Abfindung

Apothekers Abgang dürfte ihm auf jeden Fall mit mehreren Millionen Dollar aus seinem mehrjährigen Vertrag versüßt werden. Die Berechnungen in US-Medien reichen von rund 9 bis 35 Mio. Dollar, die dem Manager noch zustehen könnten.

Dennoch ist es der zweite Tiefschlag in Folge für den Topmanager. Bei SAP hatte er den Spitzenposten nach Differenzen mit Gründer Hasso Plattner ebenfalls nach weniger als einem Jahr als alleiniger Firmenchef räumen müssen. Mitarbeiter des Unternehmenssoftware-Spezialisten aus Walldorf sagen Apotheker einen schroffen Führungsstil nach.

Es ist unklar, inwieweit HP die jüngsten Entscheidungen zum Strategiewechsel überhaupt noch zurückdrehen könnte. Die Übernahme von Autonomy dürfte kaum noch zu stoppen sein. Beim der Trennung von der PC-Sparte betonte HP selbst immer wieder, dass noch nichts endgültig entschieden sei.

Quelle: ntv.de, nne/dpa

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